Serienmörder: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 21. Dezember 2021, 10:29 Uhr

 

Als Serienmörder werden Straftäter bezeichnet, die, einem bestimmten Trieb folgend, meist nach einem wiederkehrenden Muster töten. Da die meisten Serienmörder aus einem sadistischen Sexualtrieb heraus handeln, sind die Täter überwiegend männlich. Mit dem Aufkommen des Detektivromans, insbesondere mit der Stilrichtung Psychothriller, wurde das Thema Serienstraftäter in der Öffentlichkeit populär. Der Terminus selbst taucht in der internationalen Kriminalistik in der einen oder der anderen Form seit 1960er Jahren. Populär wurde er durch den US-amerikanischen Kriminologen und FBI-Agenten Robert Ressler. 1978 trug er wesentlich zur Ergreifung des Serienmörders Richard Trenton Chase, von dem Ressler anhand der Tatortanalyse ein exaktes psychologisches Profil anfertigte.

Sicherung eines Tatorts

Die Ergreifung der Serienkiller erweist sich oftmals schwierig. Besonders, wenn sie überdurchschnittlich intelligent sind, ihre Taten sorgfältig planen und sich nicht auf einen Ort beschränken. In Einzelfällen vergehen Jahre, bis zwischen den Taten eine Verbindung hergestellt werden kann. Um die Spur aufzunehmen bzw. den Kreis der potentiellen Täter einzugrenzen, werden diverse kriminalistische und forensische Ansätze angewendet. Ein sehr wichtiges Werkzeug zur Ergreifung des Täters ist die Erstellung eines psychologischen Profils. Damit beschäftigen sich die sogenannten Profiler. Das sind psychologisch geschulte Kriminalpolizeibeamte oder in kriminalpolizeiliche Tätigkeiten eingewiesene Psychologen.

Psychologie der Serienmörder

Wie alle anderen Menschen ist die Psychologie, Motive und Hintergründe der Taten der Serientäter zu individuell, als dass man sie zu stark verallgemeinern kann. Nichtsdestotrotz haben Kriminalisten, allem voran die Profiler vom FBI, das Bild eines typischen Serienmörders entwickelt. Demnach ist ein statistisch durchschnittlicher Serienmörder 20 bis 30 Jahre alt, seine Taten begeht er im unmittelbaren Umfeld, wo er wohnt oder arbeitet. Er ist leicht verstreut, charismatisch, jedoch introvertiert. Er ist sehr narzisstisch bei gleichzeitig völliger Empathielosigkeit mit seinen Opfern.

Diese Beschreibung ist jedoch sehr strittig. Als weit sicherer Indikator hat sich die Macdonald-Triade entwickelt. Sie wurde vom forensischen Psychiater John Marshall Macdonald in dem 1963 veröffentlichen Artikel „The Threat to Kill" formuliert. Nach Auswertung von mehreren Triebtätern kristallisierte er drei Wesensmerkmale heraus, die fast auf alle ihm bekannten Fälle zutrafen. Als Kinder und Jugendliche waren die untersuchten Täter Pyromanen, litten längere Zeit an Enuresis und hatten Spaß beim Quälen von Tieren. Die Macdonald-Triade sagt keineswegs aus, dass sich ein Individuum zu einem Serienmörder entwickeln wird, wenn es diese Anzeichen im Teenage-Alter aufweist. Aber sie bietet einen gewissen Nährboden, dass auf gegebener Basis bestimmte Tendenzen eine Richtung anschlagen werden. Bei vielen Verbrechern dieser Art treffen fast immer mindestens zwei der drei Merkmale auf.

Die bekanntesten Serienmörder

  • Gilles de Rais, französischer Heerführer im Hundertjährigen Krieg, Kampfgefährte von Jeanne d’Arc und erster geschichtlich gesicherter Serienmörder (* 1405; † 1440)
  • Jack the Ripper, britischer Frauenmörder, dessen Identität nie bewiesen werden konnte. Er tötete 1888 im Londoner East End mindestens 5 Prostituierte und richtete die Leichen grausam zu. Schuf um seine Person zahlreiche Legenden und Romanvorlagen.
  • Ted Bundy (* 1946; † 1989), US-amerikanischer Serienmörder, tötete zwischen 1974 und 1978 mindestens 30 junge Frauen und Mädchen.
  • Samuel Little (* 1940; † 2020), afroamerikanischer Serienmörder, dem zwischen 1970 und 2005 50 Morde zugewiesen werden konnten. Er selbst behauptete, über 90 Menschen getötet zu haben.
  • Pedro Alonso López (* 1948), kolumbianischer Serienmörder. Verging sich an kleinen Mädchen, die er abschließend ermordete. Er agierte jahrelang zwischen Kolumbien, Ecuador und Peru. Nach seiner Ergreifung wurde er wegen Mordes in 57 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt. Er selbst gab an, über 300 Mädchen ermordet zu haben. Nach 14 Jahren Gefängnis wurde er aus der Haft entlassen.

Im Buch und Film

Siehe auch