Wir, Proletarierkinder – Pazany!/34

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Kragen und versucht, mich in eine dreckige Pfütze zu stoßen, drückt mit seinem ganzen Körpergewicht. Aus seinem Mund stinkt es widerlich nach Knoblauch, Zwiebeln und billigem Papirosen-Tabak. Allein schon aus diesem Grund will ich ihn nicht in meiner Nähe.

Ich gebe scheinbar nach, beuge mich nach hinten und drehe dabei den Oberkörper ruckartig nach links. Der Typ stolpert und fällt direkt in den Matsch.

"Mist Verdammter!" schreit er, versucht aufzustehen, rutscht wieder aus. Ich halte es für das Klügste, die Flucht zu ergreifen. Jetzt habe ich gekämpft. Jetzt war das Weglaufen legitim.

"Ey, das ist dein Ende! Hörst du?!", schreit der Typ mir hinterher.

Nein, ich höre ihn nicht mehr. Ich höre nur das Pochen von Puls in den Ohren und meine eigenen Schritte.

VIII

Der Vorfall mit dem Gopnik, wie man Kleinkriminelle dieser Art bezeichnete, beschäftigte mich die nächsten zwei Wochen. Ich suchte den Schutz in der Gruppe, ging nicht allein zur Schule. Es war bei weitem nicht die erste Begegnung solcher Art. Das, was mir Angst machte, war, dass es vor meiner Haustür passierte und dass der Typ nach seiner Landung im Dreck sauer wie ein angeschossener Bär war. Irgendwie hörte sich seine Geschichte glaubwürdig an, dass er im Knast war. Ich hatte keinen Grund, daran zu zweifeln.

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Buchinfo
Pazany Buchcover.jpg

Format: eBook Amazon Kindle

Genre: Erzählung, Drama

Tags: UdSSR, Sowjetunion, Russland, Kinder, Schüler, Schule, Jugendliche, Perestroika, Glasnost, Gorbatschow, Russlandroman, Russlandbücher, Leseprobe

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Inhalt

I | II | III | IV | V | VI | VII | VIII | IX | X | XI | XII


Cover: Eigenes Werk, Fotocollage aus folgenden Elementen:

  • Young Boy with cigarette (C) STUDIO GRAND OUEST / Fotolia.com (Adobe Stock)
  • Industrial Buildings at sunset sky (C) Николай Григорьев / Fotolia.com (Adobe Stock)