Wir, Proletarierkinder – Pazany!/42

Aus wiki.libri
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nimm mir das Ding von der Fresse
und leg dir 'ne Kompresse."

Wir lachen. Der Mann singt noch lange mit einer wehmütigen Stimme über seine leidvolle Behandlung, über Spekulanten auf dem Schwarzmarkt, über die Miliz, über Messerstechereien und Gefängnisaufenthalte.

Bevor ich gehe, rauche ich noch eine "Rodopi" auf dem Balkon. Wieder dieses leichte Schwindelgefühl und kribbelnde Mattigkeit in den Füßen, wenn auch nicht mehr so stark wie beim ersten Mal.

IX

Erster jungfräulicher Schnee legte sich über Nacht auf die gestern noch nackt gewesene Erde. Felder, Straßen, Bäume und Sträucher - alles ist von einem reinen, unberührten Weiß überzogen. Der Schnee kommt immer noch in dicken, nassen Flocken runter. Erste Menschen streuen auf die Straße. Kleinkinder mit überglücklichen Gesichtern werden auf Schlitten gezogen, die Größeren rollen riesige Schneekugeln auf, Mädchen kreischen, den Schneebällen von Jungs ausweichend.

Es ist Sonntag. Meine Mutter ist in der Küche, ich höre sie singen. Sie hat immer gute Laune und ist am Singen. Als ich klein war, sang ich immer mit. Ich setzte mich auf den kleinen, grünen Hocker, nahm meine Garmoschka, ein Kinderknopfakkordeon, und sang lauthals mein Repertoire mit

« 41 42 43 »


Buchinfo
Pazany Buchcover.jpg

Format: eBook Amazon Kindle

Genre: Erzählung, Drama

Tags: UdSSR, Sowjetunion, Russland, Kinder, Schüler, Schule, Jugendliche, Perestroika, Glasnost, Gorbatschow, Russlandroman, Russlandbücher, Leseprobe

›› jetzt im Kindle-Shop bestellen

Inhalt

I | II | III | IV | V | VI | VII | VIII | IX | X | XI | XII


Cover: Eigenes Werk, Fotocollage aus folgenden Elementen:

  • Young Boy with cigarette (C) STUDIO GRAND OUEST / Fotolia.com (Adobe Stock)
  • Industrial Buildings at sunset sky (C) Николай Григорьев / Fotolia.com (Adobe Stock)