Wir, Proletarierkinder – Pazany!/47

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dass seine alten, ausgeblichenen Augen feucht vor Schmerz und Enttäuschung sind.

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Dieses Jahr haben wir die Nachmittagsschicht in der Schule. Es gibt nicht genug Schulen in der Stadt. Deswegen müssen Schüler in zwei Schichten lernen. Ich wache früh auf. Es ist niemand mehr zu Hause. Eltern sind zur Arbeit, mein Bruder im Kindergarten. Frühaufsteher bin ich zwar nicht, aber ich will jeden Moment meines Alleinseins auskosten.

Ich mochte die Ruhe früh am Morgen, ganz besonders, wenn ich allein war. Diese Stille, während es draußen langsam hell wurde, die warme Bettdecke über einem und die Gewissheit, dass man nicht gleich aufstehen muss, verschaffte einem das Gefühl tiefster Entspannung und Gemütlichkeit.

Gelegentlich vernahm ich französische Wortfetzen dumpf hinter der Wand, wo Dewka, unsere Untermieterin, sich in der mir von der Schule verhassten Fremdsprache übte. "je voudrais... j'aurais voulu... aurait pu être..."

Ich las gern im Bett. Morgens, wenn der Verstand noch frisch wie der Morgentau war, tauchte ich gern in die Abenteuerwelten von

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Buchinfo
Pazany Buchcover.jpg

Format: eBook Amazon Kindle

Genre: Erzählung, Drama

Tags: UdSSR, Sowjetunion, Russland, Kinder, Schüler, Schule, Jugendliche, Perestroika, Glasnost, Gorbatschow, Russlandroman, Russlandbücher, Leseprobe

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Inhalt

I | II | III | IV | V | VI | VII | VIII | IX | X | XI | XII


Cover: Eigenes Werk, Fotocollage aus folgenden Elementen:

  • Young Boy with cigarette (C) STUDIO GRAND OUEST / Fotolia.com (Adobe Stock)
  • Industrial Buildings at sunset sky (C) Николай Григорьев / Fotolia.com (Adobe Stock)