Wir, Proletarierkinder – Pazany!/75

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fallen. Sie kippen einfach auf die Seite und bleiben liegen. Ich habe noch die Bilder von Borka im Kopf, wie er seitwärts liegend immer noch zitternd und chaotisch seine Beine bewegt. Aber vielleicht ist es bei Menschen anders.

XII

Es stellte sich heraus, dass "die Bleiche" Zacharow zu Unrecht fertig gemacht hat. Es folgten weitere Veröffentlichungen zu Prostitution und mafiaähnlichen Strukturen, die das Umfeld in der Hand hatten. In den Zeitungsartikeln wurde offenbart, dass die Hotelprostitution, die sogenannten "Intermädchen", nur die Spitze des Eisbergs darstellten. Um in die Szene reinzugelangen, musste man über entsprechende "Qualifikationen" verfügen und natürlich, wie überall in der Sowjetunion, Bindungen haben. Viel verbreiteter war die Kategorie der Frauen, die für sowjetische Rubel "Holzgeld" anschaffen mussten. Sie riskierten viel mehr und verdienten viel weniger. Ganz unten auf dieser Leiter standen heruntergekommene Alkoholikerinnen, die sich an Bahnhöfen und in der Gosse anboten. Es sollte aber auch Amateure geben, die dem Gewerbe aus Spaß nachgingen oder um ein wenig das Budget aufzubessern. Jede zehnte Prostituierte hatte bereits Vorstrafen, jede Siebte hatte aktuell oder in Vergangenheit Geschlechtskrankheiten. Es hieß, dass es erste registrierte Fälle von AIDS in der Sowjetunion gab.

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Buchinfo
Pazany Buchcover.jpg

Format: eBook Amazon Kindle

Genre: Erzählung, Drama

Tags: UdSSR, Sowjetunion, Russland, Kinder, Schüler, Schule, Jugendliche, Perestroika, Glasnost, Gorbatschow, Russlandroman, Russlandbücher, Leseprobe

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Inhalt

I | II | III | IV | V | VI | VII | VIII | IX | X | XI | XII


Cover: Eigenes Werk, Fotocollage aus folgenden Elementen:

  • Young Boy with cigarette (C) STUDIO GRAND OUEST / Fotolia.com (Adobe Stock)
  • Industrial Buildings at sunset sky (C) Николай Григорьев / Fotolia.com (Adobe Stock)