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Autor Thema: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......  (Gelesen 16915 mal)
SnakeKaplan
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Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« am: November 07, 2004, 05:00:28 »

Sers

Ich hab bei ner Raumfahrt-/Astronomiehomepage nen Newsletter bestellt. Der kommt jedes Wochenende, und ist ziemlich intressant. Bestellen könnt ihr ihn unter:
http://www.raumfahrer.net/portal/isrn/home.shtml

Auf jeden Fall war da ein Artikel drinn, den ich ehrlich gesagt, nicht so ganz verstanden hab. Hier ist er:


» Warum Zeit nur in eine Richtung fließt
04. November 2004 - Der Urknall könnte ein normales Ereignis in der Evolution des Universums sein und sich über unglaublich lange Zeiträume wiederholen, in denen der Weltraum expandiert, sich leert und auskühlt, behaupten zwei Physiker der Universät Chicago.
Physiker rätseln seit über einem Jahrhundert über die Natur der Zeit. Wieso fließt sie nur in eine Richtung? Zeit könnte genauso gut rückwärts laufen, die physikalischen Gesetze würden auch dann noch vollständig funktionieren. Forscher der Universität Chicago glauben eine Antwort gefunden zu haben: Wir leben in einem Universum sich ewig ausdehnender Entropie! Anstatt von einem Urknall auszugehen, mit dem sich das Universum ewig immer weiter ausdehnt und immer mehr abkühlt, so wäre es auch möglich, dass kleine Schwankungen in fast leerem Raum neue Big Bangs auslösen. Das Weltall würde niemals völliges Gleichgewicht erreichen.
?Wir wagen es zu behaupten, dass der Urknall nichts besonderes in der Entwicklungsgeschichte unseres Universums darstellt?, sagte Sean Carroll, helfender Physik-Professor an der Universität Chicago.
Die Forschungen von Caroll und Chen widmen sich zwei grundlegenden Fragen: Wieso dehnt sich Zeit nur in eine Richtung aus und könnte der Urknall von energetischen Schwankungen in leerem Raum hervorgerufen worden sein?
Die Frage über die ?Richtung? der Zeit beschäftigt die Physiker bereits ein Jahrhundert lang, denn größtenteils unterscheiden die fundamentalen physikalischen Gesetze nicht zwischen Zukunft und Vergangenheit. ?Sie sind Zeit-symmetrisch?, so Caroll.
Nahe verbunden mit der Streitfrage der Zeit ist das Konzept der Entropie, einer Einheit für das Maß an Unordnung im Universum. Wie der Physiker Ludwig Boltzmann vor einem Jahrhundert gezeigt hat, steigt die Entropie natürlicherweise mit der Zeit an. "Man kann ein Ei in ein Omelett verwandeln, aber nicht ein Omelett in ein Ei," veraunschaulicht Carroll.

Aber die Frage bleibt, warum die Entropie im anfänglichen Universum so gering war. Die Schwierigkeit dieser Frage hat Forscher schon seit längeren beschäftigt, wobei die meisten es als Puzzle bestehen haben lassen, das sich in Zukunft lösen wird.
Caroll und Chen haben nun einen Ansatz gefunden, um die Frage zu beantworten: Vorherige Forschungen haben versucht, die Fragen über den Urknall zu beantworten, indem sie angenommen haben, dass die Entropie im Universum endlich ist. Carroll und Chen gehen genau vom Gegenteil aus. "Wir postulieren, dass die Entropie des Universums unendlich ist. Sie könnte für immer anwachsen," sagt Chen.
Um erfolgreich zu erklären, warum das Universum so aussieht wie wir es heute kennen, müssen beide Annäherungen den Prozess der Inflation, welcher eine Erweiterung der Urknall Theorie ist, miteinbeziehen. Astrophysiker haben die sogenannte Inflationstheorie eingeführt, um das Universum, so wie es heute aussieht, erklären zu können. Demnach machte das Universum innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde nach dem Urknall eine Phase unvorstellbarer Expansion durch.
Allerdings gibt es da ein Problem: Um in die Phase der Inflation einzutreten, hätte das Universum einen mikroskopisch kleinen Pfad in einer extrem unwahrscheinlichen Konfiguration beschreiten müssen, nicht gerade das, was Wissenschaftler von einer zufällig gewählten Anfangsbedingung erwarten würden. Carroll und Chen sagen, dass solch eine generische Anfangsbedingung eher dafür sorgen würde, einen kalten, leeren Raum zu produzieren - offensichtlich nicht der ideale Startpunkt für den Beginn der Inflation.
Physiker hatten folgendes vorgeschlagen: Eine zufällige Fluktuation (Schwankung) in einem Universum endlicher Entropie wäre in der Lage den Prozess der Inflation zu starten. Dies würde jedoch wiederum voraussetzen, dass die Moleküle im Universum von einem Zustand hoher Entropie in einem Zustand niedriger Entropie überwechseln, ein statistisch sehr gewagtes Spiel.
Carroll und Chen's Szenario der unendlichen Entropie wird durch die Entdeckung im Jahre 1998 angespornt, nämlich dass unser Universum aufgrund einer geheimnisvollen Kraft, der dunklen Energie, für immer expandieren wird. "Unter diesen Bedingungen ist die natürliche Konfiguration unseres Universums eine fast völlige Leere. "Im gegenwärtigen Universum wächst die Entropie und das Universum dehnt sich aus und wird leerer," erklärt Carroll.
Aber selbst im leeren Raum lassen sich schwache Spuren von Energie ausmachen, die im subatomaren Bereich schwanken. Wie in der Vergangenheit von Jaume Garriga von der Universitat Autonoma de Barcelona und Alexander Vilenkin von der Tufts University vorgeschlagen wurde, können diese Fluktuationen ihren eigenen Urknall in winzigen Bereichen, die sich räumlich und zeitlich in großer Entfernung zueinander befinden, erzeugen. Carroll und Chen erweitern diese Idee auf dramatische Art und Weise und schlagen vor, dass die Inflation in der entfernten Vergangenheit "im Rückwärtsgang" begonnen haben könnte, so dass die Zeit für jene Beobachter rückwärts zu laufen scheint, die sich weit in unserer Vergangenheit befinden.
Egal aus welcher Richtung betrachtet: In diesen neuen Universen, die bei den erwähnten Urknallen erzeugt wurden, würde die Entropie wachsen. In diesem unendlichen Kreislauf würde das Universum niemals ins Gleichgewicht kommen. Wenn es im Gleichgewicht wäre, würde niemals etwas passieren. Es gäbe keine Richtung der Zeit.
"Es gibt keinen Zustand, in dem die Entropie maximal ist. Man kann die Entropie immer erhöhen, indem man ein neues Universum erzeugt und ihm erlaubt sich auszudehnen und abzukühlen," so Carroll.
(Julian Schlund - Quelle: universetoday



So das wars. Wär cool, wenn mir das jemand erklären könnte....   
Auch würd mich eure Meinung dazu intressieren
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Re: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« Antworten #1 am: November 09, 2004, 10:10:45 »

Dass die Unordnung und somit auch die Entropie im Universum mit der Zeit zunehmen, ist an sich nichts Neues.

Die Fragen nach dem Wesen von Urknall, nach dem, was kurz davor und kurz danach war, nach der Richtung der Zeit, Wurmlöchern und parallelen Universen sind mir allesamt zu hypothetisch. Nicht, dass man sich damit nicht beschäftigen sollte, aber für meinen Geschmack sind sie eine Prise zu philosophisch, um nicht zu sagen zu theologisch.
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Re: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« Antworten #2 am: Dezember 11, 2004, 02:18:03 »

Ich hab mir den newsletter bestellt Smiley

ich finde dieses thema sehr interessant. kennt einer von euch BRalpha ? das läuft nur bei mir Zwinkernd

Wir müssten uns viel mehr mit solchen GRUNDSÄZTLICHEN dingen auseinandersetzen... denn ich finde, dass das Universum und alles was es ist ( oder vielleicht auch war), mindestens genauso wichtig ist, wie die Evolution. Und ohne die gäbs uns heute genauso nicht ...



 Grinsend
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Re: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« Antworten #3 am: Mai 09, 2005, 01:10:27 »

Dass die Unordnung und somit auch die Entropie im Universum mit der Zeit zunehmen, ist an sich nichts Neues.

Die Fragen nach dem Wesen von Urknall, nach dem, was kurz davor und kurz danach war, nach der Richtung der Zeit, Wurmlöchern und parallelen Universen sind mir allesamt zu hypothetisch. Nicht, dass man sich damit nicht beschäftigen sollte, aber für meinen Geschmack sind sie eine Prise zu philosophisch, um nicht zu sagen zu theologisch.

Ich schätze, das gleiche hat auch mal jemand über Flugzeuge oder Mondreisen gesagt...
Wie sagte Onkel Albert doch so schön:
Zitat
1. Um eine Einkommensteuererklärung abgeben zu können, muss man ein Philosoph sein. Für einen Mathematiker ist es zu schwierig.
2. Man hat den Eindruck, dass die moderne Physik auf Annahmen beruht, die irgendwie dem Lächeln einer Katze gleichen, die gar nicht da ist.
3. Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind.
Zwinkernd

Vielleicht läuft die Zeit auch einfach deshalb vorwärts, weil unser Gehirn konstruiert wurde, vorwärts zu denken. Das heißt, vielleicht würden wir es gar nicht merken, wenn die Zeit rückwärts liefe, weil wir dann auch rückwärts dächten.
Vielleicht läuft sie auch vorwärts, weil das Universum sich ausdehnt...

Ich find's auf jeden Fall unheimlich inspirierendl, über solche Sachen nachzudenken!
Und sie abzutun, weil man zu faul zum Philosphieren ist, also tstststs.... Cool

P.S: SnakeKaplan: Du bist also der Julian! Danke für den Site-Tip! Grinsend

Grüße,
Andreas G.
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Re: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« Antworten #4 am: Mai 09, 2005, 03:45:39 »

Hey das ist ja mein Artikel! lol ist ja witzig Lächelnd
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Re: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« Antworten #5 am: Mai 09, 2005, 04:20:48 »

So trifft man sich wieder. Die Welt ist halt ein Dorf. Eigentlich widerspricht diese Tatsache der wachsenden Unornung in dem System Internet mit vorwärts fließender Zeit. Oder fließt die Zeit doch rückwärts?  Zwinkernd
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Re: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« Antworten #6 am: Mai 09, 2005, 04:43:30 »

P.S: SnakeKaplan: Du bist also der Julian! Danke für den Site-Tip! Grinsend


Nö. Da musst du dich täuschen. Mein realname ist Sebastian. Hier im Forum war ich mal SnakeKaplan, bis mich der Host gebannt hat (du wirst mich nicht los Küsschen ). Hier beantworte ich postings in meinen Threats unter meinem neuen treffenden nick "outlaw". Aber kann es sein, dass du mir mal ne Mail über Wünschelrutengänger geschrieben hast??? Da hab ich nämlich auf dieses Forum verwiesen, ich erhielt allerdings nie etwas zurück......
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Re: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« Antworten #7 am: Mai 10, 2005, 08:46:19 »

Hey das ist ja mein Artikel! lol ist ja witzig Lächelnd
Ach, dann bist Du es!
Deine Website ist leider schon offline, konnte keinen Gegenbesuch mehr starten. 
Dann sieht man sich wohl hier...
Grinsend

MFG,
Andy G.
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Re: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« Antworten #8 am: Mai 10, 2005, 11:29:04 »

Deine Website ist leider schon offline, konnte keinen Gegenbesuch mehr starten. 
Sie kommt wieder (s. www.schlund.julian.de)! (Habs mir nochmal überlegt)
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Re: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« Antworten #9 am: März 18, 2007, 12:52:38 »

Hallo allerseits. Zum genannten Thema gibt es neue Überlegungen! Der folgende Raumfahrer.net-Artikel kann fast als eine Art Fortführung angesehen werden. Viel Spaß:

http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/09022007190735.shtml
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Re: Warum die Zeit nur in eine Richtung fließt......
« Antworten #10 am: Juni 27, 2008, 09:48:59 »

Ich glaube tatsächlich, dass die Zeit in beide Richtungen "fließt". Das Problem ist meiner Meinung nach die nicht vorhandene Gleichzeitigkeit der Wahrnehmung. Wir können einfach nur eine Richtung von Zeit gleichzeitig wahrnehmen. Und die verläuft für sich gesehen immer vorwärts ...
Mir persönlich gefällt die Vorstellung von Zeit als vierter Dimension. Sie verdeutllich unheimlich einfach das Wahrnehmungsproblem, wenn wir uns bewusst machen, dass wir Wesen sind, die lediglich dreidimensional sind. Überlegen wir doch einfach mal, wie ein zweidimensionales Wesen unsere Welt wahrnehmen würde. (Stephen Hawking hat das in seiner kurzen Geschichte der Zeit angerissen). Dieses Wesen könnte natürlich Auswirkungen der dritten Dimension auf "seine Welt" wahrnehmen, aber niemals richtig verstehen. Dennoch könnte es auf seine Art und Weise lernen, einen Interpretation der dritten Dimension zu finden, die empirisch korrekte Ergebnisse liefert aber mit unserer Realität kaum etwas gemein hat.
Ich denke das veranschaulicht nicht schlecht, wie wir uns durch die "vierte Dimension" bewegen. Wir wissen dass sie da ist. Wir haben eine "Interpretation" gefunden, die uns ermöglicht mit ihr umzugehen und uns empirisch zuverlässige Ergebnisse liefert. Aber mehr haben wir nicht, weil wir keinerlei dafür konstruierte Wahrnehmungsmöglichkeiten haben.
Letzendlich denke ich, die Zeit fließt für uns nur in eine Richtung, weil wir Wesen sind, die ein Anfang und ein Ende haben. Unser Lebensende legt fest, dass die Zeit "abläuft". Wären wir Wesen die lediglich geboren werden (oder allgemein nur einen Anfang hätten) gäbe es so etwas wie Zeit nicht. Das ist allerdings eine Behauptung die ich in keinster Weise beweisen kann und die schwer zu falsifizieren ist. Es ist also eher eine Spekulation, denn eine wissenschaftliche Theorie.
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