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Frage: Welche Stellung vertretet ihr am ehesten?
Reboot Europe! Eine vereinte Gesellschaft in Europa. - 1 (33.3%)
Multikulti ja, aber nicht zu bunt. - 2 (66.7%)
Bremse ziehen, sonst wird eine gewisse Grenze überschritten. - 0 (0%)
Wir sollten lieber dafür sorgen, dass wir die Ausländerzahl wieder minimieren. - 0 (0%)
Stimmen insgesamt: 3

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Autor Thema: Multikulti-Gesellschaft?  (Gelesen 12265 mal)
deep7
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Multikulti-Gesellschaft?
« am: Mai 24, 2005, 01:48:43 »

Spätestens seit dem Mord an dem niederländischen Filmregisseur Theo van Gogh im vergangenen November ist das Für und Wider der multikulturellen Gesellschaft erneut nach ganz oben auf die politische Agenda in Europa gerückt.

Das momentane Erstarken rechtsextremer Parteien hat die Diskussion weiter angestoßen. "Wieviel Toleranz nötig, wieviel Toleranz ist gut?"
Laut einer Studie (EUMC) sind rund 50% der in der EU lebenden Befragten der Meinung, dass es eine Grenze gibt, wie viele Menschen einer anderen ethnischen Zugehörigkeit, Religion oder Kultur eine Gesellschaft verkraften kann.

Da kommen denke ich Themen wie "Nationale Identität" ins Spiel.
Die Skepsis gegenüber "Reboot Europa" wächst.

Welche Richtung ist letztendlich die richtige?
Eine bunte Gesellschaft wird denke ich noch lange Vision bleiben, Gegensätze wie Arm und Reich werden genauso bestehen bleiben wie das Unterscheiden von Schwarz und Weiß, nicht selten gleichzusetzen mit Arm und Reich.

Bei der Frage, inwieweit sich Immigranten Gesetzen, aber auch Gebräuchen des Gastlandes anzupassen hätten, gehöre ich persönlich zur Gruppe der Befürworter dieser Forderung. Und ich wünschte mir mehr Kontakt zwischen den versch. ethnischen Gruppen, so finde ich es nicht gerade toll, dass Ausländer quasi ihren way of life hier in Deutschland leben, wobei wir eigenltich wieder bei der Anpasssung wären.
Kritisieren will ich an dieser Stelle auch die Kopftuch-Debatte, wieso in Deutschland darüber diskutieren, wenn's in der Türkei längst abgeschafft ist?! Überhaupt ist mir aufgefallen, dass z.B. Türken, ohne es jetzt gezielt auf sie zu beziehen, noch sehr altmodisch leben, sie leben zu sehr nach den traditionellen Regeln aus ihrer Heimat.
Und das führt keineswegs zu einer funktionierenden multikulturellen Gesellschaft, das führt eher wieder zur Differenzierung. Dabei sollt ihr nicht Chamäleon spielen und euch somit quasi unterwerfen, nein! Wir wollen auch ein buntes und vereintes Europa, aber dafür muss man auch bereit sein, eine neue Richtung einzuschlagen und Vergangenes Vergangenes sein lassen. Man muss es wollen, man muss womöglich den ein oder anderen Kompromiss eingehen.
Und das ist zweifelsohne Vorraussetzung für den Weg in eine funktionierende multikulturelle Gesellschaft!
Schließlich wollen ja kein Deutschland mit Turkey-Towns oder Ähnlichem Zwinkernd

« Letzte Änderung: Mai 24, 2005, 02:04:06 von deep7 » Gespeichert

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Re: Multikulti-Gesellschaft?
« Antworten #1 am: Mai 24, 2005, 07:09:54 »

Ich hätte eigentlich ganz gern für "Reboot Europe" gestimmt, aber da ist die Sache u.a. mit der Türkei, aber auch Rumänien & Bulgarien.

Reboot Europe: OK, aber nicht auf Teufel komm raus. Es müssen erst mal gewisse Grundlagen geschaffen werden. DieTürkei zeigt ja durchaus bereits gewisse Ansätze zu dem hin, was man als "Rechtsstaat" bezeichnet. Aber sie ist noch nicht da! Rumänien und Bulgarien genausowenig, da blüht doch die Korruption wie der Raps auf dem Felde!

Dann sträuben sich sogar die Franzosen gegen die EU-Verfassung. Ja, wenn wir noch nicht mal hier Einigung kriegen, wie sollen wir uns bitte schön im ganz großen Topf auf irgendwas einigen? Da kommt doch bloß der kleinst-gemeinsame Nenner namens "Müll" raus.
 Unentschlossen

Und jetzt haben wir auch innerhalb Deutschlands erst mal Chaos. Rot/Grün kann nicht mehr und Schwarz irgendwie noch nicht, habe ich das Gefühl. Die wissen doch auch nicht genau, was und wie...  Schockiert
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Re: Multikulti-Gesellschaft?
« Antworten #2 am: Mai 24, 2005, 02:15:25 »

Zitat
Überhaupt ist mir aufgefallen, dass z.B. Türken, ohne es jetzt gezielt auf sie zu beziehen, noch sehr altmodisch leben, sie leben zu sehr nach den traditionellen Regeln aus ihrer Heimat.
Das sind meistens Leute, die - ich sag' mal - an der untersten Stufe gesellschaftlicher Hierarchie stehen. Wer aus einer Großstadt kommt und eine halbwegs fundierte Bildung genoß, sieht durchaus westlich aus und pflegt auch entsprechende Normen.

Zitat
so finde ich es nicht gerade toll, dass Ausländer quasi ihren way of life hier in Deutschland leben, wobei wir eigenltich wieder bei der Anpasssung wären.
Okay, ich bin nicht gerade Befürworter der Kopftücher und buschiger Bärte und halte sie irgendwo als Zeichen verweigerter Integration, aber würdest du andererseits, wenn du, aus irgendwelchen Gründen auch immer, in Iran oder Afghanistan leben würdest, deine Frau/Freundin in deren Nationalkleidung stecken, nur weil die dortige Gesellschaft es verlangt?

Ich denke, das ist insofern schwierig, weil der Westen in seinem Chauvinismus eine Ansicht nach außen vertritt, dass unsere Gesellschaft und unsere Ritten die einzig richtigen sind. Alles andere sei Barbarei. Diesen Fehler begeht Amerika immer wieder und erntet dafür nicht gerade Bewunderung.
« Letzte Änderung: Mai 24, 2005, 10:11:54 von E.T. » Gespeichert
deep7
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Re: Multikulti-Gesellschaft?
« Antworten #3 am: Mai 24, 2005, 03:39:48 »



Okay, ich bin nicht gerade Befürworter der Kopftücher und buschiger Bärte und halte sie irgendwo als Zeichen verweigerter Integration, aber würdest du andererseits, wenn du, aus irgendwelchen Gründen auch immer, in Iran oder Afghanistan leben würdest, deine Frau/Freundin in deren Nationalkleidung stecken, nur weil die dortige Gesellschaft es verlangt?
Naja, ein sehr passender Vergleich ist das nicht unbedingt, wie ich meine Unentschlossen

Eigentlich wollte ich mich jetzt aber auch nicht so gegen Kopftücher stellen, wie es vllt. rübergekommen ist, aber sie sollten wenigstens versuchen, gewisse Überlieferungen abzustellen.
So entsetzt es mich doch dass der ältere Bruder einer türkischen Klassenkameradin ab und zu in der Pause vorbeischaut, dass sie auch ja nicht mit jemandem Hand in Hand herumläuft o.ä.
Du meintest, "wir" Alteuropäer meinen, dass wir am modernsten und richtigsten Denken, ja findest du sowas wie im beschriebenen Fall gut?

Und Kopftuch ist für mich oft auch politischer Ausdruck... zum Glück ist dies in der Jugend zunehmend der Mode zuzuordnen als einer best. politischen Einstellung.
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Re: Multikulti-Gesellschaft?
« Antworten #4 am: Mai 24, 2005, 10:01:29 »

Zitat
Bei der Frage, inwieweit sich Immigranten Gesetzen, aber auch Gebräuchen des Gastlandes anzupassen hätten, gehöre ich persönlich zur Gruppe der Befürworter dieser Forderung.

Es ist natürlich , dass sich auch diese Menschen den Gesetzen fügen müssen sowie auch die erforderlichen Sprachkenntnisse vorzuweisen haben. Wobei ich bei den Gebräuchen sehr skeptisch bin. Zum Beispiel finde ich es nicht in Ordnung , dass verlangt wird in deutschen Moscheen auch auf deutsch zu beten. Das Problem mit den Kopftüchern in der Schule wurde meines Erachtens in Frankreich vorbildlich gelöst -und zwar indem Kopftücher verboten wurde jedoch auch die Kreuze aus den Klassenzimmern entfernt wurden

Zitat
Überhaupt ist mir aufgefallen, dass z.B. Türken, ohne es jetzt gezielt auf sie zu beziehen, noch sehr altmodisch leben, sie leben zu sehr nach den traditionellen Regeln aus ihrer Heimat.
Was genau meinst du damit ? Welche Traditionen genau? Gerade bei den vermeintlichen "Türken" in Deutschland handelt es sich sehr oft um Deutsche die oft durch ihr Verhalten dem Ruf der echten Türken in Deutschland schaden. Außerdem denke ich muss man bei der Toleranz unterscheiden.
Z.b stehe ich der EU-erweiterung sehr skeptisch gegenüber . Wie schon gesagt Korruption und Missachtung der Menschenrechte sind in manchen Ländern leider noch an der Tagesordnung.
Zu Ausländern die in Deutschland ihre Traditionen ausleben ist eigentlich nicht viel auszusetzen. Natürllich ist es für einen Westeuropäer schockierend wenn die kleine Schwester auf solche Art und Weise kontrolliert wird- aber wirkt sich das direkt auf dich aus? Schadet es dir?
Ich denke auch , dass wir noch einen sehr langen Weg zurücklegen müssen , bis dass ein Multikultieuropa realisiert werden kann.
Zitat
Ich denke, dass ist insofern schwierig, weil der Westen in seinem Chauvinismus eine Ansicht nach außen vertritt, dass unsere Gesellschaft und unsere Ritten die einzig richtigen sind. Alles andere sei Barbarei. Diesen Fehler begeht Amerika immer wieder und erntet dafür nicht gerade Bewunderung.
Genau das denke ich auch! Das hat die Geschichte schon der öfteren bewiesen. Wer verlangt von den Australiern sich den Gebräuchen der Aborigines anzupassen? Niemand weil früher wie heute viele denken , dass die von den Westeuropäern  vertretene Gesellschaftsform die einzig Wahre ist . Ich denke das ist jetzt ein wenig weit ausgeholt aber dennoch ein gutes Beispiel.
Wir sollten uns Mühe geben , dass unser Handeln und Denken  nicht dem der Amerikaner gleicht.
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Re: Multikulti-Gesellschaft?
« Antworten #5 am: Mai 25, 2005, 12:38:40 »

Natürllich ist es für einen Westeuropäer schockierend wenn die kleine Schwester auf solche Art und Weise kontrolliert wird- aber wirkt sich das direkt auf dich aus? Schadet es dir?
Vllt. schadet es ihr?!! Sie selbst hat es m.M. sehr schwer, so arbeitet sie unter der Schulzeit in einem Pizzastand, das verdiente Geld geht an ihre Eltern... Sowas kann doch nicht gut sein, von wegen Europäer hätten kein Verständnis für die Regeln in anderen Kulturen, von wegen sie denken sie machen es am besten... was ist so gut daran, dass in anderen Ländern die Frauen als Bestiztümer behandelt werden?
« Letzte Änderung: Mai 25, 2005, 12:41:13 von deep7 » Gespeichert

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Re: Multikulti-Gesellschaft?
« Antworten #6 am: Mai 25, 2005, 09:25:10 »

So entsetzt es mich doch dass der ältere Bruder einer türkischen Klassenkameradin ab und zu in der Pause vorbeischaut, dass sie auch ja nicht mit jemandem Hand in Hand herumläuft o.ä.
Das ist natürlich eine Unterdrückung der Frau par excellence! Mir geht es auch gegen den Strich, wenn ich sehe, dass türkische (oder allgemein muslimische) Männer, wenn man sich schon des Klischees bedient, einen auf Macho machen, während ihre Frauen und Schwestern in der brühenden Hitze dick eingepackt herumlaufen. Von sonstigen Unannehmlichkeiten wie Zwangsheirat oder Beschneidungen wollen wir hier gar nicht reden... Man sollte sich erst einmal fragen, wie diese "Traditionen" zustandekommen. Zuallererst: sie haben nur wenig bis gar nichts mit Islam zu tun. Diese Riten stammen noch aus einer Zeit, als die meisten dieser Völker ein Nomadendasein führten. Weil Frauenraub damals an der Tagesordnung war (wahrscheinlich aus genetischen Gründen), versuchte man sich zu schützen, indem man die Gesichter der Frauen versteckte. Rational betrachtet, ist so ein Kopftuch heutzutage ein funktionsloser Atavismus, ebenso wie das Verbot von Schweinefleisch. Jeder besitzt heutzutage einen Kühlschrank mit Gefrierfach. Man kann das Fleisch über Monate haltbar machen. Aber ein strenggläubiger Moslem würde sich eher die Hand abhacken als Schweinefleisch anzurühren.

Das ist halt der Fluch der meisten archaischen Traditionen: Sie erfüllen heutzutage keinen Zweck, doch die Menschen sind der Meinung, dass sie zum Nationalerbe gehören. Ich denke, dass sich die meisten darüber überhaupt keine Gedanken machen: es ist halt so und basta!

Ein Kopftuch ist in meinen Augen alles andere als ein ästhetisches Kleidungsstück. Aber wer es unbedingt tragen will, soll doch! Ich glaube auch nicht, dass alle damit eine politische Meinung zum Ausdruck bringen wollen. Und wenn es einige damit bezwecken: bitte schön. Jeder hat schließlich das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Zitat von: ApFel
Natürllich ist es für einen Westeuropäer schockierend wenn die kleine Schwester auf solche Art und Weise kontrolliert wird- aber wirkt sich das direkt auf dich aus?
Da liegst du leider falsch. Dieses Verhalten stellt eine Beschneidung der Grundrechte dar, und es sollte in keiner Gesellschaft toleriert werden.

Zitat von: ApFel
Zu Ausländern die in Deutschland ihre Traditionen ausleben ist eigentlich nicht viel auszusetzen.
Da muss man ganz klar differenzieren, um welche Traditionen es sich handelt. Blutrache, Zwangsheirat und sonstige menschenverachtende Riten gehören nicht in diese Gesellschaft!

Zitat von: deep7
Vllt. schadet es ihr?!!
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Re: Multikulti-Gesellschaft?
« Antworten #7 am: Dezember 05, 2006, 05:36:17 »

Ich kann mit diesen ganzen Begriffen überhaupt nichts anfangen. Multi Kulti und nationale Identität usw. Das verwischt doch längst alles. Wir leben in einer so offenen Welt, es gibt doch kaum noch reale Grenzen. Die befinden sich doch eher in den Köpfen der Menschen. Oder? Da muss angesetzt werden. Die Angst vor dem Fremden oder Andersartigen muss weg. Die Kommunikation muss verbessert werden.
Das Verrückte ist, dass wir beispielsweise Urlaub in anderen Ländern machen. Und dann ist alles gut. Aber dann zu Hause, ist es auf einmal anders. Das hängt wohl sicher auch damit zusammen, ob es einem Land gerade wirtschaftlich gut geht, und jedem Einzelnen darin auch usw...

Auf jeden Fall ein weites Feld.




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