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2820 Beiträge in 621 Themen von 1349 Mitglieder
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Frage: Sollte sich die dänische Regierung für die Mohammed-Karikaturen entschuldigen?
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Autor Thema: Mohammed-Karikaturen  (Gelesen 25904 mal)
E.T.
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Mohammed-Karikaturen
« am: Februar 03, 2006, 03:34:28 »

Was haltet ihr von den Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung? Meinungs- und Pressefreiheit oder Verletzung religiöser Gefühle?
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Re: Mohammed-Karikaturen
« Antworten #1 am: Februar 07, 2006, 11:44:00 »

Bestätigt die hysterisch-gewalttätige Reaktion der Moslems nicht die Kernaussage, die die Karikaturen auf den Punkt gebracht haben? Sollen wir uns vom Pöbel mit eingeschränktem Horizont diktieren lassen, was wir in der Presse drucken dürfen und was nicht?

PS. Hat schon jemand die Karikaturen überhaupt gesehen? Über einen entsprechenden Link würde ich mich freuen. Es hat den Anschein, als würden alle großen Zeitungen Angst haben, die Zeichnungen zu veröffentlichen. Islamisten drohen mit Internet-Attacken gegen jede Seite, die die Bilder postet.
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Kritische Artikel in der Presse
« Antworten #2 am: Februar 07, 2006, 12:06:31 »

« Letzte Änderung: Februar 11, 2006, 04:32:09 von E.T. » Gespeichert
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Schiiten fordern Fatwa gegen Zeichner
« Antworten #3 am: Februar 07, 2006, 01:36:26 »

Bei einer Kundgebung im Irak forderten schiitische Demonstranten eine Fatwa gegen die dänischen Zeichner der umstrittenen Karikaturen. Rund 2000 Menschen protestierten nach einem Aufruf des radikalen Schiitenführers Muktada al-Sadr im Zentrum der 175 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt Kut. Auf einem Spruchband forderten sie ihre religiösen Führer zum Erlass einer Fatwa auf, welche die Ermordung der Karikaturisten gestattet. Eine Fatwa ist ein religiöses Gutachten, das feststellt, ob eine Handlung mit dem islamischen Recht, der Scharia, vereinbar ist. »mehr (Spiegel)

Das prominenteste Opfer einer über ihn verhängten Fatwa ist der indisch-englischer Schriftsteller Salman Rushdie, der mit seinem Buch "Die satanischen Verse" Unmut bei den Islamisten erregte. Im Februar 1989 rief der iranische Religionsführter Ajatollah Chomeini weltweit zur Ermordung des Schriftstellers auf.
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Re: Mohammed-Karikaturen
« Antworten #4 am: Februar 07, 2006, 02:11:37 »

Ich finde, mit "Freie Meinungsäußerung" macht man es sich hier zu leicht. Die Karikaturen gehen viel zu weit:
Man sollte sich einmal folgende Situation vergegenwärtigen:

1. Denke an die Person, die Du am meisten liebst (Ehepartner, Kind, Geschwister, Eltern/~teil oder Du selber)
2. Jetzt stell Dir vor, eine Zeitung druckt eine Karikatur, auf der diese Person eindeutig identifizierbar ist, als billige, hässliche Nutte auf dem Straßenstrich, in dreckigen Unterhosen mit herausquellendem Bauch und fettigen Haaren, einen weiter Hamburger mampfend, oder mit einem genießenden Grinsen Kinder und Alter Fraue ermordend.
3. Stell Dir vor, wie im ganzen Land anschließend jeder mit dem Finger auf diese Person zeigt!
4. Stell Dir nun vor, wie diese Karikaturen in allen größeren Ländern Europas weitergedruckt und verbreitet werden!
5. Du beschwerst Dich, doch die Presse sagt "Ällabätsch, freie Meinungsäußerung. Du kannst mich mal gerne haben!"

Es ist Moslems eindeutig untersagt, grafische Darstellungen von Allah anzufertigen. Auch von Mohammed sind sie zumindest höchst unerwünscht, weil sie immer simplifizieren und somit ihrem geliebten Propheten nicht gerecht würden.

Außerdem lieben Moslems ihren Propheten mehr als ihre Familie, mehr als ihr Land, sogar mehr als sich selbst!
Stelle Dir also deine Ungehaltenheit vor, die Du in obigem Szenario empfändest, und quadriere sie!


Freie Meinungsäußerung, ja.
Aber nicht so. Das geht eindeutig zu weit!
Das war pure, scheinheilige Provokation.

À propos scheinheilig:
http://www.guardian.co.uk/international/story/0,,1703501,00.html
(Aus dem Englischen übersetzt)
Zitat
Dänische Zeitung lehnt Jesus-Karikaturen ab

Gwladys Fouché
Monday February 6, 2006

Jyllands-Posten, die Dänische Zeitung, die die Karikaturen des Propheten Mohammed zuerst veröffentlichte, die einen Proteststurm in der gesamten Islamischen Welt verursachten, hatte sich geweigert, Karikaturen zu veröffentlichen, die sich über Jesus lustig machten, wie heute bekannt wurde.
Die Dänische Tageszeitung lehnte vor drei Jahren Karikaturen von Christus ab, mit der Begründung, sie könnten die Gefühle ihrer Leser verletzen und seien nicht komisch.

Im April 2003 bot der Dänische Zeichner Christoffer Zieler eine Serie nicht in Auftrag gegebener Karikaturen bezüglich Jesu Auferstehung dem Jyllands-Posten an.

Zieler erhielt eine E-mail vom redakteur der Sonntagsausgabe, Jens Kaiser, mit dem Wortlaut: "Ich glaube nicht, dass den Lesern des Jyllands-Posten diese Zeichnungen gefallen würden. In der Tat würden sie wohl eher einen Aufschrei der Entrüstung verursachen. Ich werde sie daher nicht verwenden."

Der Zeichner sagte: "Ich finde, die Zeichnungen sind nur ein harmloser Witz der Art, wie ihn mein christlicher Opa genießen würde."

"Ich habe sie einigen Pfarrern gezeigt, und die fanden sie lustig."

Der fragliche Redakteur des Jyllands-Posten, Herr Kaiser, sagte, es sei "lächerlich, so etwas nun hervorzukramen." Das hat nichts mit den Mohammed-Karikaturen zu tun. [Murphy: ROTFLMFAO!]

"Bezüglich der Mohammed-Karikaturen beauftragten wir die Zeichner dazu. Um diese Zeichnungen hatte ich nicht gebeten. Das ist der Unterschied," sagte er.

Doppelmoral?
Scheinheilig?

Trifft es wohl nicht.
Absichtliche, böswillige Provokation schon eher...

Murphy
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Re: Mohammed-Karikaturen
« Antworten #5 am: Februar 07, 2006, 05:59:15 »

Die Satire unterscheidet sich gerade dadurch von der Polemik, dass sie kritisiert und nicht diffamiert! Islam hat sich nun mal in der heutigen Zeit unbeliebt gemacht (die Gründe wollen wir hier nicht aufzählen). Ja, dass stimmt, dass Muslime ihren Propheten so sehr lieben, dass sie für ihn sterben würden. Am liebsten nicht allein, sondern mit möglichst vielen Unschuldigen an ihrer Seite! Die Religionen haben sich schon seit eh' und je gegen Kritik immunisiert und die Kritiker brutal niedergemetzelt. Im Islam geschieht das noch heute. Deswegen: wenn die Religion per se intolerant ist, sollte man ihren Anhängern gegenüber auch keine Toleranz zeigen. Denn Islam ist heute hochgradig autoritär und totalitär!

Für die dänische Zeitung kann ich keine Stellung nehmen. Es ist nun mal eine konservative Gazette. Man sollte sein Augenmerk nicht aber auf ein lokales Blättchen, sondern auf alle westeuropäischen Medien richten. Die Jesus- oder auch Gott-, Papst- und was weiß ich was noch für Karikaturen sind bei uns an der Tagesordnung. Und das ist auch gut so! Nur in einer Welt, die die althergebrachten Dogmen fallen lässt, sich der Kritik öffnet und ab und zu sich ein Lächeln erlaubt, ist ein Fortschritt möglich.
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Re: Mohammed-Karikaturen
« Antworten #6 am: Februar 07, 2006, 10:28:42 »

Satire darf provozieren. Es ist eine gute Errungenschaft der heutigen Zeit, dass wir Satire machen dürfen. Zudem habe ich schon viel heftigere Attacken zum Beispiel gegen die katholische Kirche gesehen.

@Murphy

Dein Vergleich ist unpassend. Religiöse Figuren sind keine realen Personen, sie wurden von Menschen erfunden. Religion kann man nicht mit dem wirklichen Leben gleichsetzen.

Die Bilder sind im Übrigen gar nicht so dramatisch, zumindest die nicht, die ich gesehen habe. Hier ein paar blasphemische Pixel. Binäre Revolution.

link dazu
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Re: Mohammed-Karikaturen
« Antworten #7 am: Februar 07, 2006, 11:31:34 »

Danke für den Link   Lächelnd

PS. Sind diese Comics es wert, so einen Aufstand deswegen zu machen? Ich wäre wirklich froh, wenn mir jemand eine zufriedenstellende Antwort darauf geben könnte!
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Das Recht zu beleidigen
« Antworten #8 am: Februar 10, 2006, 11:58:10 »

Die holländische Abgeordnete und Islam-Dissidentin Ayaan Hirsi Ali hat heute die Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen verteidigt. Mit kämpferischen Parolen rief sie auf einer Pressekonferenz zur Solidarität mit Dänemark auf. »mehr (Spiegel)
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Der Fairness wegen: Christentum- und Islam-Karikaturen in Übersicht
« Antworten #9 am: Februar 10, 2006, 01:48:43 »

Bibelkritische-Karikaturen:



Islamkritische-Karikaturen:

« Letzte Änderung: März 14, 2006, 11:24:12 von E.T. » Gespeichert
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Re: Mohammed-Karikaturen
« Antworten #10 am: Februar 10, 2006, 04:38:13 »

Satire darf provozieren. Es ist eine gute Errungenschaft der heutigen Zeit, dass wir Satire machen dürfen. Zudem habe ich schon viel heftigere Attacken zum Beispiel gegen die katholische Kirche gesehen.

@Murphy

Dein Vergleich ist unpassend. Religiöse Figuren sind keine realen Personen, sie wurden von Menschen erfunden. Religion kann man nicht mit dem wirklichen Leben gleichsetzen.

Die Bilder sind im Übrigen gar nicht so dramatisch, zumindest die nicht, die ich gesehen habe. Hier ein paar blasphemische Pixel. Binäre Revolution.

link dazu

Sorry, aber das ist Quatsch.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed
Zitat
Mohammed (arabisch: محمد, mit vollem Namen Muḥammad ibn ʿAbd Allāh ibn ʿAbd al-Muṭṭalib ibn Hāšim ibn ʿAbd Manāf al-Qurašī), geb. ca. 571 in Mekka, gest. 632 in Medina, ist der Stifter der islamischen Religion und wird von den Muslimen in der Reihe der Propheten als der historisch letzte Prophet angesehen. Er ist nach islamischer Auffassung „Siegel der Propheten“ (arabisch: خاتم الأنبياء).

Muslime setzen und sprechen hinter den Namen Mohammeds die Eulogie „Gott segne ihn und schenke ihm Heil!“ (siehe Islamische Eulogien).
Was WIR als harmlos ansehen ist es für Moslems nicht. Mein Vergleich war nicht unpassend, sondern entstammt dem, was ich bisher durch (ernsthafte!) Diskussionen mit Moslems und auch deren Offiziellen Vertretern gelernt habe.
Die Liebe zum Propheten Mohammed ist eine Grundlage des Islam.

Einem Moslem bedeutet Mohammed mehr als seine Familie, seine Frau, Kinder, sein Bruder, sein Geld, sein Land - sogar mehr als er sich selbst bedeutet.

Immer noch unpassend?
Wir kennen eine solche Hingabe nicht. Deshalb können wir sie nicht nachvollziehen. Deshalb denken wir, so ein paar Karikatürchen seien harmlos. Sind se aber nicht!

Also: Freie Meinungsäußerung ja. Aber es muss Grenzen geben. Nicht alles was man darf sollte auch getan werden.
Die Grenze wurde mit den Karikaturen überschritten. Insbesondere aber durch die anschließende Behandlung des Themas unsererseits.
Allein die Tatsache, dass ich hier allein auf weiter Flur stehe, indem ich sage: Nein, das war falsch und darf nicht wieder vorkommen, gehört verboten" ist deutliches Zeichen dafür, dass unsere Werte verrutschen.
 Zwinkernd

Grüße,
Murphy
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Re: Mohammed-Karikaturen
« Antworten #11 am: Februar 10, 2006, 05:59:07 »

JR3 hat es vielleicht nicht präzise formuliert. Er meinte sicherlich die Gottheiten und nicht die sog. Propheten, die geistigen Väter der später entstandenen Religionen. Allerdings muss ich ihm insofern recht geben, dass das Wissen um diese Personen so lückenhaft ist, dass man heute als aufgeklärter Mensch sich kaum auf sie berufen kann. Ohne jetzt in Wikipedia nachzusehen, sage ich, wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, dass die Person Jesu so gut wie nie in schriftlichen Dokumenten der zu seiner Zeit lebender Historiker auftaucht. Alle Schriften, aus denen später die Bibel zusammen gesetzt wurde (wie es geschah, das wäre ein Thema für sich) entstanden so zw. 80 bis 150 nach der Zeitrechnung. Heute weiß man nicht einmal als durchschnittlich belesener Mensch die genauen Umstände des Deutsch-Französisches Krieges von 1870/71. Was will man dann noch über einen Handwerkerssohn reden, der von seinen Zeitgenossen unerwähnt blieb. Das wollte er sicherlich gesagt haben. Und wenn du schon seine Aussage als "Quatsch" abtust, sollst du schon die Stelle im Text und nicht den ganzen Thread zitieren.

Die Moslems sehen Mohammed als heilig an. Schön und gut. Dasselbe gilt auch für mich für Demokratie und Meinungsfreiheit - die Grundpfeiler unserer Gesellschaft, die mit Blut und Widerstand des Klerus erkämpft wurden. Das sind auch Werte, für die es sich manchmal zu sterben lohnt - allerdings nicht mit so einem fanatischen Eifer.

Lies zu diesem Thema die Petition der giordano bruno stiftung. Da ist die Position, die ich auch beziehe, brillant dargelegt.
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Re: Mohammed-Karikaturen
« Antworten #12 am: Februar 13, 2006, 12:51:00 »

JR3 hat es vielleicht nicht präzise formuliert. Er meinte sicherlich die Gottheiten und nicht die sog. Propheten, die geistigen Väter der später entstandenen Religionen. Allerdings muss ich ihm insofern recht geben, dass das Wissen um diese Personen so lückenhaft ist, dass man heute als aufgeklärter Mensch sich kaum auf sie berufen kann. Ohne jetzt in Wikipedia nachzusehen, sage ich, wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, dass die Person Jesu so gut wie nie in schriftlichen Dokumenten der zu seiner Zeit lebender Historiker auftaucht. Alle Schriften, aus denen später die Bibel zusammen gesetzt wurde (wie es geschah, das wäre ein Thema für sich) entstanden so zw. 80 bis 150 nach der Zeitrechnung. Heute weiß man nicht einmal als durchschnittlich belesener Mensch die genauen Umstände des Deutsch-Französisches Krieges von 1870/71. Was will man dann noch über einen Handwerkerssohn reden, der von seinen Zeitgenossen unerwähnt blieb. Das wollte er sicherlich gesagt haben.
Momentchen mal. Zwischen "unpräzise" ausdrücken und "etwas komplett anderes sagen" gibt es kleine Unterschiede, die Du hier einfach mal nach gutdünken durcheinander wirfst. Wenn er so etwas "meint", dann soll er es auch "sagen". Was Jr3 geschrieben hat, und was Du jetzt daraus biegst sind zwei komplett verschiedene Paar Stiefel!
Wenn Du nicht glaubst, dass es Jesus gegeben hat, dann ist das dein Pech.

Zitat
Und wenn du schon seine Aussage als "Quatsch" abtust, sollst du schon die Stelle im Text und nicht den ganzen Thread zitieren.
Ok, ok. Hätte nicht gedacht, dass sich daran jetzt jemand stört, aber das akzeptiere ich.

Zitat von: E.T.
Die Moslems sehen Mohammed als heilig an. Schön und gut. Dasselbe gilt auch für mich für Demokratie und Meinungsfreiheit ...

Tschuldige mein Lieber, aber da muss ich Dir heftigst widersprechen.
Du schmeißt hier kunterbunt Dinge durcheinander, die so nicht durcheinander gewürfelt werden dürfen.
Weißt Du, was für einen Moslem "heilig" bedeutet? Was es für Dich bedeutet? Weißt Du, was im Koran steht? Welchen Stellenwert Mohammed für Moslems hat?

Mach dich erst mal ein bisschen übern Islam schlau bevor Du versuchst darüber zu argumentieren!

Zitat
Dasselbe gilt auch für mich für Demokratie und Meinungsfreiheit - die Grundpfeiler unserer Gesellschaft, die mit Blut und Widerstand des Klerus erkämpft wurden. Das sind auch Werte, für die es sich manchmal zu sterben lohnt - allerdings nicht mit so einem fanatischen Eifer.
Und da ist der Knackpunkt. es gibt ca. 1,3 Milliarden Muslime auf der ganzen Welt. Die wenigsten davon sind Terroristen. Die Karikaturen greifen/griffen aber nicht die Terroristen an, sondern die Religion und somit 1 Milliarde unschuldiger!
Auf so eine Art von Freiheit sch... ich! Da ist mir Ehrbarkeit lieber! Und mit Toleranz hat so eine "Freiheit" schon mal gar nichts zu tun.

Bevor wir uns hier falsch verstehen: Ich verurteile die gewalttätigen Proteste aufs schärfste und will sie keinesfalls entschuldigen!
Ich werde aber auch nicht die Karikaturen unterm schönfärbenden Deckmäntelchen der "freien Meinungsäußerung" zudecken. Sie waren und sind schlicht das vollkommen falsche Signal zur vollkommen falschen Zeit.
Sie waren extrem provokant. Gewalttätige Reaktionen darauf durch fanatische Irre waren vollkommen logisch, geradezu zwingend. Damit sind die Karikaturen schlichte Volksverhetzung!

Komisch, das der Jyllands-Posten die Jesus-karikaturen nicht veröffentlichen wollte, die doch laut "Pfarrern" lustig waren...

Zitat
Lies zu diesem Thema die Petition der giordano bruno stiftung. Da ist die Position, die ich auch beziehe, brillant dargelegt.
Ich habe die Petition durchgelesen und stimme mit vielen Forderungspunkten überein. Aber bei weitem nicht mit allen.
Es gibt Grenzen, und die muss es geben.
Nur mal so als Beispiel:
In den USA hat mal ein "Künstler" als Kunstobjekt ein Kruzifix in einem Eimer Pisse ausgestellt.
Ich halte mich selbst für einen recht gemäßigten Christen. Ich war auch schon Ewigkeiten (=Jahrzehnte) in keinem Gottesdienst mehr.
Wäre ich dort aber vor Ort gewesen, hätte ich das "Kunstobjekt" und den "Künstler" ohne Umschweife in eine "Performance Art" umgewandlet.
Ich hätte ihn mit heruntergelassenen Hosen am Tisch festgeschnallt und mit dem bepissten Kreuz ordentlich versohlt!
"The Empire Strikes back!"
 Zwinkernd

Fazit: Nur weil Du Atheist -  sorry: Bright  - bist, darfst Du nicht von gläubigen Menschen verlangen, dass sie alles tolerieren.
Für viele Moslems, gerade in den Afrikanischen Ländern, ist ihre Religion alles was sie haben.
Auch deine zitierte Petition sagt:
Zitat
Wer von einer aufklärerischen Position heraus den Islam kritisiert, sollte in seiner Kritik die anderen Weltreligionen (insbesondere die artverwandten Religionen Judentum und Christentum) nicht aussparen. Die autoritätsfixierten, apokalyptischen Wahnvorstellungen, die den gegenwärtigen islamischen Fundamentalismus bestimmen, findet man in ähnlicher Ausprägung auch bei strenggläubigen Christen und Juden. Es erzeugt ein falsches Bild, wenn man das Übel allein bei den Muslimen sucht.
...
Der weltweit boomende Fundamentalismus ist nicht zuletzt Ausdruck gravierender politischer, ökonomischer und sozialer Missstände in der Welt. Die westliche Politik sollte sich bemühen, diese Missstände zu beheben, statt die Prinzipien der Aufklärung auf dem Altar einer kurzsichtigen Diplomatie zu opfern.

Die Terroristen decken das Mäntelchen "Religion" über ihren Wahnsinn. Die meisten Moslems sind genauso gegen Terrorismus wie wir!
Sie als Terroristen zu brandmarken, nur weil sie Moslems sind, ist nichts anderes, als eine moderne Form des Kreuzzugs!
Willst Du dich mit so etwas einverstanden geben?

Wollen wir zivilisiert sein?
Dann verhalten wir uns doch verdammt noch mal auch so!

Aufmüpfige Grüße,
Murphy
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Re: Mohammed-Karikaturen
« Antworten #13 am: Februar 22, 2006, 10:01:31 »

Das bemerkenswerte an der Diskussion ist, dass sich beide Seiten unter anderem auf ähnliche Argumente stützen: Die eigenen, westlichen Werte. Nur wird einmal die Toleranz als solcher Wert und ein anderes mal die Meinungsfreiheit genannt. Somit ergeben sich Parallelen zur Kopftuch-Debatte.

Argumente wie Toleranz haben aber in dieser Diskussion das Problem, dass man dann konsequenterweise nicht nur Selbstzensur sondern zum Beispiel auch Gewalt akzeptieren müsste, sofern die andere Seite glaubhaft aufzeigen kann, dass dies zu ihrer Religion gehört.
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Re: Mohammed-Karikaturen
« Antworten #14 am: Februar 22, 2006, 11:22:17 »

@MurphysLaw
Zitat
Weißt Du, was für einen Moslem "heilig" bedeutet?
Eine Definition dessen, was jeder individuell als heilig empfinden mag, ist für mich unmöglich, da solche Gefühle objektiv nicht zu bemessen sind. Wenn jemand meine Familie beleidigt, wäre das für mich (wahrscheinlich) kein Grund, körperliche Gewalt anzuwenden. Jedoch für meinen Nachbarn Uwe (eine fiktive Person), der etwas impulsiv ist und es nicht gelernt hat, Konflikte verbal zu lösen, wäre solch eine Beleidigung Grund genug, dem Provokateur die Zähne rauszuschlagen. Deswegen ist für mich jeder, der auf Beleidigungen mit roher Gewalt reagiert, unkultivierter, infantiler Fanat. Tut mir leid, aber sowas kann ich nicht tolerieren: Nach dem Motto, er ist Moslem, und man hätte seine Reaktion eigentlich voraussehen sollen. Ein klares Nein!

Die Zeichnungen waren nicht "extrem provokant", sondern ziemlich harmlos und würden unbemerkt von der Geschichte in den Annalen der Zeitungsarchive verschwinden, hätte Al Dschasira und andere propagandistische Medien Monate nach der Veröffentlichung nicht daraus einen Politskandal gemacht. Das ist nicht die Reaktion der islamischen Bevölkerung, sondern ein künstlich hochgeschaukeltes Spektakel seitens der machthabenden religiösen Führer. In den meisten diktatorischen Regimes ist schon eine Gruppe von drei Männern eine unangekündigte illegale Demonstration. Würde die dortige Regierung es nicht zulassen, wäre an solche "Spontandemos" gar nicht zu denken gewesen. Die meisten an den Gewaltausschreitungen teilnehmenden Personen wussten mit Sicherheit nicht, wo Dänemark liegt, geschweige denn, wie die dänische Flagge aussieht.

Zitat
Die Karikaturen greifen/griffen aber nicht die Terroristen an, sondern die Religion und somit 1 Milliarde unschuldiger!
Warum ist es nicht legitim, die Religion zu kritisieren?

Zitat
Nur weil Du Atheist -  sorry: Bright  - bist, darfst Du nicht von gläubigen Menschen verlangen, dass sie alles tolerieren.
Ich kann es hoffen, erwarten kann ich es allerdings nicht. Natürlich ist aber Satire provokant. Provokation gehört nun mal zum Wesen der Satire.
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