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| | |-+  "Keine Auswege für Verlierer" ?
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Autor Thema: "Keine Auswege für Verlierer" ?  (Gelesen 4526 mal)
maywald
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"Keine Auswege für Verlierer" ?
« am: Dezember 07, 2006, 01:52:21 »

Auf die Frage des Moderators Frank Plasberg in im WDR-Talk "hart aber fair", was denn Jugendliche dazu bringt, solch eine Tat zu begehen, antwortete der Kriminologe Christian Pfeifer, "Das Gefühl tiefster Demütigung".

Der Psychtherapeut Dr. M. Heilemann erwähnte ebenfalls in der o.g. Sendung, dass der junge Mann, der durch seine Tat siebzehn Menschen verletzt und anschließend sich selbst getötet hat, achtzehn Jahre lang ein Leben geführt hat.
Was war das für ein Leben und was hat ihn letztlich zu dieser Tat getrieben?

Waren es letztlich wirklich nur die Auswüchse eines verkorksten Lebens eines "introvertierten Kopfkindes" (Heilemann), der sich in eine virtuelle Scheinwelt flüchtete.

In den Worten des Abschiedsbriefes von Sebastian, den Jugendlichen, der uns unweigerlich darauf aufmerksam machte, dass nicht nur sein Leben, sondern der Zustand einer ganzen Gesellschaft ins Wanken geraten ist, klingt noch etwas anderes an:

"Das Gefühl tiefster Demütigung"!

Zeilen aus Sebastians Abschiedsbrief lassen wissen:

"Ihr habt diese Schlacht begonnen, nicht ich! Meine Handlungen sind ein Resultat eurer Welt, eine Welt, die mich nicht sein lassen will, wie ich bin".

Er war der Meinung, dass sich die Menschen, welche sich auf der Schule befinden, insbesondere das Lehrpersonal, keinesfalls unschuldig sind an seiner Tragödie und sich deshalb seine Rache in erster Linie gegen dieses Lehrpersonal richtet.
"Denn, das sind die Menschen", so Sebastian, "die gegen mein Willen in mein Leben eingegriffen haben, und geholfen haben, mich da hin zu stellen, wo ich jetzt stehe:
Auf dem Schlachtfeld."

Wir verlieren unsere Kinder an die virtuelle Welt, wenn sie bereits an ihrem wirklichen Leben zerbrochen sind.
Wir Erwachsene fordern von ihnen, aber fördern sie nicht mehr.
Das Fordern bleibt weiterhin staatlicher Auftrag (Schule ) , das Fördern ist nur noch Privatsache.

Wir setzen vieles im Leben der Kinder und Jugendlichen voraus, ohne aber an die Voraussetzungen selbst zu denken, die ein "gelungenes" und "erfolgreiches" Leben erst ermöglichen.

Die Schule selber sieht sich nicht als Reparaturbetrieb für seelische und soziale Notlagen.
Anscheinend interessieren sich Lehrer und Lehrerinnen auch nicht für die persönlichen Schicksale unserer Kinder.
der Kriminologe Christian Pfeifer fragt zu recht:

"Warum produziert unser Schulsystem so viel Verlierer?"
 

Maywald
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Re: "Keine Auswege für Verlierer" ?
« Antworten #1 am: Dezember 08, 2006, 03:18:27 »

Das Schulsystem ist nur ein Spiegel der Gesellschaft. "Verlierer" gab es schon zu allen Zeiten und in allen Kulturen, nur wird in der Gegenwart mit Hilfe von Massenmedien und Werbung einem sein Verlierer-Dasein vor die Augen geführt. Und das erzeugt Wut. Gewalttätige Computerspiele, wie das oft gern von Politikern jenseits 50 popularisiert wird, haben mit Amokläufen nichts zu tun. Da verwechseln sie ganz klar die Wirkung und die Ursache. Die Mehrheit der Amokläufer besaß einen Führerschein und schaute sich in der Kindheit die "Sesamstraße" an. Könnten diese Faktoren nicht ebenso in einen Zusammenhang mit ihren späteren Taten gebracht werden? Das hört sich natürlich unsinnig an. Genauso unsinnig, wie jeden Jugendlichen für einen potentiellen Amokläufer zu halten, weil praktisch jeder in der Schule Counter-Strike spielt.
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