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Demografischer Wandel - aber sicher?
27.02.2008 | 17:01 Uhr

Der demografische Wandel in Deutschland galt bislang vor allem als Problem für das Gesundheits-, Renten- und Sozialsystem. Erst allmählich wird deutlich, dass er auch sicherheitspolitische Folgen haben wird - und zwar global wie national. Welche das sein werden und wie unsere Gesellschaft auf sie reagieren kann, diskutierten Fachleute aus Politik und Wissenschaft mit Vertretern der Bundeswehr sowie der Diplomatie kürzlich auf einer Tagung in Berlin. Unter anderem kamen sie dabei zu dem Ergebnis, dass sich die wachsende Zahl junger Menschen in Ländern wie Iran oder Saudi Arabien zunehmend aggressiv verhalten wird, wenn sie weiterhin nicht am Wohlstand ihrer Eliten teilhaben wird.


Der Festsaal des Schlosses Schönhausen bot schon manches Mal den Rahmen für bedeutende Ereignisse: Nach der Wende tagte hier der Zentrale Runde Tisch der DDR, der die Bürgerbewegung und Opposition mit der Modrow-Regierung ins Gespräch brachte. Und im Juni 1990 schließlich trafen sich am gleichen Ort die Außenminister zu den sogenannten Zwei-plus-Vier-Verhandlungen, bei denen der sicherheitspolitische Status des künftig vereinten Deutschland, die Regelung der Grenzfragen, der Rückzug der Alliierten Truppen aus Berlin und die Aufhebung des Viermächte-Status im Vordergrund standen.

An diesen symbolträchtigen Ort luden Mitte Dezember die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) und das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock einen internationalen Kreis von Politikern, Wissenschaftlern, Experten und Praktikern ein, um über das Thema "Demografischer Wandel: Eine Herausforderung für die nationale und globale Sicherheit" zu diskutieren.

Die Tagung beleuchtete die sicherheitspolitischen Dimensionen demografischer Phänomene am Beispiel von drei zentralen Fragestellungen: Einerseits stand die Frage im Mittelpunkt, wie die Bundeswehr in Zukunft das Dilemma lösen kann, ihrer neuen internationalen Verantwortung für die weltweite Friedenssicherung gerecht zu werden, während es aufgrund des demografischen Wandels immer schwieriger werden wird, dafür intellektuell und physisch geeignetes Personal zu finden. Andererseits skizzierte die Tagung, inwieweit die weltweit zu beobachtenden demografischen Verschiebungen in der internationalen Staatenwelt zum Problem für die Sicherheit der westlichen Welt und Deutschlands im Speziellen werden können.

Die Tagung widmete sich jedoch nicht nur der Außen- und Verteidigungspolitik, sondern wandte sich auch Aspekten der inneren Sicherheit zu, welche sich aus einer zunehmend heterogener werdenden Gesellschaft ergeben können. Hierbei wurden im Besonderen sicherheitsrelevante Folgen von Immigration und ungenügender Integration von Migranten erörtert.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sprach sich in seiner Eröffnungsrede für eine "verantwortungsvolle Migrationspolitik" aus. Jahrzehntelang habe es Deutschland versäumt, seine Rolle als Einwanderungsland ernst zu nehmen, mit der Folge, dass einzelne Gruppen von Migranten in der zweiten und dritten Generation mit den Konsequenzen einer gescheiterten Integration zu kämpfen hätten. Dabei machte Schäuble unmissverständlich deutlich, dass Migrationspolitik nur dann erfolgreich sein könne, wenn gleichzeitig Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhalten, konsequent in ihre Heimatländer zurückgeschickt würden.

Zum globalen Wandel der Bevölkerungsstruktur lieferte James W. Vaupel die wissenschaftliche Expertise aus demografischer Sicht: So altere die Weltbevölkerung zwar global, was bedeute, dass immer mehr älteren Menschen immer weniger Kinder gegenüberstehen. Während in den industrialisierten Staaten der nördlichen Hemisphäre jedoch immer weniger Kinder geboren würden und die Gesamtbevölkerung schrumpfe, steige diese in Afrika und Asien dramatisch an, und dies vor allem in politisch instabilen Staaten wie beispielsweise Pakistan, Burma, Nigeria oder dem Kongo.

Global Aging werde die Welt wohl ähnlich nachhaltig verändern wie das Global Warming, erklärt Vaupel. Auch wenn Menschen mit zunehmendem Alter nicht unbedingt kreativer würden, hätten alternde Gesellschaften den Vorteil, dass sie nach seiner Einschätzung ein deutlich geringeres Gewaltpotenzial aufwiesen. "An older world would be a wiser world", meinte Vaupel mit einem Augenzwinkern.

Unterschiede in der Bevölkerungsentwicklung könnten sich aber vor allem in Zusammenhang mit ungleicher Ressourcenverteilung zu spürbaren Erschütterungen der Weltpolitik auswachsen. Joachim Krause, Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik der Universität Kiel, zog in seinem Vortrag spannende Parallelen zwischen Wohlstandsverteilung, Geburtenrate und Konfliktpotential. Staaten, in denen die Einführung der Marktwirtschaft auch der breiten Bevölkerung zugute komme, wie beispielsweise China, Indien und Südkorea, könnten oder können - wie im Falle Chinas - ihr Bevölkerungswachstum in den Griff bekommen.

"Als Brutstätten für Ideologien" bezeichnete Krause dagegen Staaten wie den Iran und Saudi-Arabien, in denen viele Kinder geboren werden, der Wirtschaftsboom aber nur den Eliten zugute käme. Ein geradezu düsteres Zukunftsszenario entwarf Krause für fast alle armen Länder Schwarzafrikas. Inwieweit es hier zu dem oft zitierten Clash of Civilizations kommen werde, sei zwar nicht vorhersagbar, doch zumindest nicht mehr auszuschließen.

Quelle: Pressemitteilung Max-Planck-Gesellschaft





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