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 :: kritisch hinterfragt ::

Therapeutic Touch – Der Name der Rosa
04.05.2003 | 14:12 Uhr

Kennen Sie den Namen Emily Rosa, oder haben Sie schon etwas über die wissenschaftliche Methode gehört? Nein? Ist Ihnen Therapeutic Touch (TT) ein Begriff, oder ist Ihnen die deutsche Bezeichnung Handauflegen besser geläufig? Spätestens jetzt wissen Sie sicherlich, worum es geht.

Therapeutic Touch oder dessen Abwandlungen reichen wahrscheinlich in die Ursprünge der Menschheit zurück. Einer der berühmtesten unter den „Heilern“ durch Handauflegen war der Überlieferung nach wohl Jesus gewesen. In den frühen Siebzigerjahren von Dolores Krieger, Mitglied der Pflegeschule der New Yorker Universität, neu definiert und als Therapeutic Touch oder Touch of Healing benannt. Zentrale Stellung nimmt in dieser Lehre die Annahme ein, dass die Ursache der meisten Krankheiten gestörter Energiefluss (Prana) ist, die der Therapeut durch Handauflegen wieder zum fließen bringen soll.

Erschreckend war dabei, dass diese „Heillehre“, die übrigens zwischen 35 – 75 US $ pro Sitzung kostet, Einzug in viele Krankenhäuser und Arztpraxen in den USA hielt und mehr als 25 Jahre lang praktiziert wurde, ohne kritisch hinterfragt zu werden. Deren Befürworter behaupten gern, dass das Verfahren durch mehr als 600 Publikationen und Tausende von Fallstudien in Pflege und Medizin gut belegt sei, und Skeptiker in aller Welt haben erfolglos dagegen angekämpft, während TT weiterhin Verbreitung fand und zum festen Programm an vielen Kliniken wurde.

Und dann kam Emily Rosa und fegte wie ein Sturm den Schleier der Quacksalberei weg. Sie war weder durch eine staatliche Untersuchungskommission beauftragt, noch hatte sie einen Lehrstuhl in Medizin, noch drohte sie mit einer millionenschwere Klage an. Emily ist vielmehr ein Kind. Und diesem Kind ist im zarten Alter von nur neun Jahren (!) gelungen, "die kindischen Heilslehren von Dolores Krieger ad absurdum" zu führen [1].

„Die meisten TT-Skeptiker haben in der Vergangenheit auf die Annahmen der Existenz des Menschlichen Energiefeldes (ME) gezielt, wohl weil diese am unwahrscheinlichsten zu sein schien.“ [2] Emily hat aber in einem simplen, aber sehr effektiven Versuch, den sie im Rahmen eines wissenschaftlichen Schulprojekts der vierten Klasse entworfen und durchgeführt hatte, erfolgreich die Wirksamkeit der bekannten „alternativen“ Heilmethode in Zweifel ziehen können.

Die einfache und geniale Idee bestand darin, dem TT-Probanden die Sicht zur Person, bei der das ME gemessen werden sollte (Emily), durch einen Pappkarton zu versperren. Der Proband steckt die Hände durch die Öffnung im Karton und „errät“, über welcher seiner Hände sich Emilys Hand befindet. Die Entscheidung darüber, über welcher Hand Emily die ihre hielt, fiel durch einen Münzenwurf.

Die an diesem Experiment teilnehmenden 15 Probanden mit je 10 Versuchen lagen nicht mal in der Hälfte der Fälle richtig (44 %). Auch nicht, als der Versuch auf Drängen der „Heiler“ zwei Jahre später unter strengeren Bedingungen zugunsten der Quacksalber wiederholt wurde. Sie schnitten mit 41 % noch schlechter ab, als beim ersten Mal. Eine blamierende Niederlage für TT-Anhänger gegenüber einer jungen Amerikanerin, die mit Hilfe der wissenschaftlichen Methode (Theorie und Experiment) erwachsene Esoteriker überführen konnte. „Es war eine Widerlegung der Idee, dass Anwender ein ME unter Bedingungen spüren können, unter denen sie es hätten tun sollen.“ [2]

Die Reaktionen darauf waren sehr gemischt: Während TT-Interessensgruppen die wissenschaftliche Qualität des Experiments in Zweifel zogen und Emily zu diskreditieren versuchten, „strich eine ganzheitliche Klinik in Rhode Islands TT ohne Kommentar aus ihrem Angebot.“ [2] Doch einige konventionelle Krankenhäuser wie das Medizinische Zentrum in Kansas (wo denn sonst? Siehe hierzu: Kreationismus in Amerika) gaben bekannt, dass sie weiterhin TT anbieten würden.

Nachdem Emily Rosa ihre enthüllenden Experimente durchgeführt und ihre Ergebnisse in JAMA (Journal of the American Medical Association) veröffentlicht wurden, ist sie ein Star. Sie war auf der ersten Seite von Los Angeles Times, New York Times und in Chicago Tribune, Washington Post, Weekly Reader, People und The Scientist. Sie hatte Auftritte in The Today Show, Nick News, Good Morning Amerika, Fox News, CNN, Leeza, MSNBC, NBC, CBS und mehreren anderen lokalen Sendern.

Emilys brillanter Versuch lieferte „solch klare Beweise gegen die Wirksamkeit von TT, dass ihr eine Reihe von Ehrungen zuteil wurde“. [2] Unter anderem ein Preisgeld in Höhe von 1000 $ von der James Randi Educational Foundation und ein Eintrag im Guinness Buch der Rekorde als jüngste Wissenschaftlerin der Welt.

[1] PARALEXX FILES
[2] Heilungsversprechen (Zwischen Versuch und Irrtum), Michael Shermer und Lee Traynor, Alibri Verlag, Aschaffenburg




Leser-Kommentare:

Quacksalber: 
(21.01.2004, 15:32 Uhr)

Erik: Wer heilt hat Recht. Und der, der versucht, herauszufinden, warum er Recht hat, auch, denn wer kennt schon DIE Wahrheit ?
(09.02.2004, 22:34 Uhr)

E.T.: 
(11.02.2004, 15:40 Uhr)

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