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Cassini-Huygens überfliegt Titan in 1.200 Kilometer Höhe
30.10.2004 | 19:03 Uhr

Am Dienstag flog die amerikanisch-europäische Sonde Cassini-Huygens über der für das menschliche Auge undurchsichtigen, bis zu 400 Kilometer ins All reichenden Atmosphäre des größten und bislang unerforschten Saturnmondes Titan. Dabei entstanden etwa 500 Bilder mit einer Auflösung von bis zu 20 km pro Pixel, die mit einer Verzögerung von einer Stunde und vierzehn Minuten von dem NASA-Radioteleskop in Madrid empfangen wurden.

Der Kontinent 'Xanadu'

Auf den übermittelten Fotos kann man abwechselnd helle und dunkle Gebiete ausmachen. Bei den hellen Regionen könnte es sich um Kontinente aus Eis und Fels handeln, während die dunklen Bereiche die berühmtberüchtigten Kohlenwasserstoffe wie Methan und Ethan sind. Es könnte sich dabei um ganze Seen und Meere aus Petroleum handeln, gegenwärtig ist es jedoch noch nicht klar, in welchem Aggregatzustand sich die Kohlenwasserstoffe befinden. Überraschend ist, dass die Oberfläche erstaunlich eben ist, ohne Einschlagspuren. Die einem Kontinent ähnelnde Landmasse bekam sogleich einen Namen - Xanadu, eine legendäre Stadt des Mongolenherrschers Kublai Khan, die heute als Metapher für Prunk und Wohlstand gilt.

Titan im UV- und Infrarotlicht

Die an der Cassini-Huygens-Mission beteiligten Wissenschaftler wollen jetzt nach Anzeichen geologischer Aktivitäten wie etwa Vulkanen suchen. Interessant ist auch die Frage nach etwaigen Niederschlägen. Falls es auf dem Titan regnen sollte, dann ist es nicht Wasser, sondern eine benzinähnlichen Substanz.

Komplexe Oberflächen-strukturen

Der 5.120 km große Titan (größer als der Planet Merkur) ist für Wissenschaftler auch deswegen interessant, weil es angenommen wird, dass seine dichte Atmosphäre jener der Urerde gleicht. Sie besteht aus Stickstoff und einfachen Kohlenwasserstoffen wie Methan (CH4), Ethan (C2H6), Spuren von Propan (C3H8), Ethin (C2H2) und Cyanwasserstoff (HCN). Titan besitzt kein eigenes Magnetfeld und ist der UV-Strahlung schutzlos ausgeliefert. Im Fall von Titan geschieht unter der Einwirkung der UV-Strahlung jedoch etwas Wunderbares: In den höheren Lagen der Atmosphäre entstehen unentwegt komplexe organische Verbindungen, darunter sogar Aminosäuren, die, um es mit Carl Sagans Worten zu beschreiben, "wie Mana auf die Oberfläche herabfallen". Für die Entstehung des Lebens ist es mit -180 °C jedoch entschieden zu kalt. Allerdings lässt es sich nicht ausschließen, dass die Temperatur für die Zeit von einigen Jahrhunderten aufgrund äußerer Einflüsse wie Asteroideneinschläge oder Vulkanausbrüchen lokal ansteigen kann.

Viele Fragen und Geheimnisse, die hinter den orange-braunen Wolken verborgen bleiben, könnten schon bald gelüftet werden, wenn die europäische Tochtersonde Huygens am 14. Januar 2005 in die Titanatmosphäre eintauchen und während des zweieinhalbstündigen Sinkfluges Daten und Bilder übermitteln wird.

mehr zur:
Cassini-Huygens-Mission
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Meilensteine der Mission
Saturn: Zahlen und Daten
Fotogalerie: Cassini-Sonde
Fotogalerie: Huygens Landung
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