Sie sind hier: Startseite >> Wissenschaft und Forschung >> News

Portal
· Home
· Forum
· Galerie
· Weblinks
· Lexikon
· Mitarbeit
· Newsfeed
· Kontakt
Astronomie
Wissenschaft+Forschung
· Astronomie
· Biologie
· Chemie
· Physik
· Quiz
· Wissenschaftl. Methodik
Regenerative Energien
Aphorismen
"Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean." Isaac Newton 
 :: Wissenschaft und Forschung ::
Auch Vögel haben einen Grund zur Scheidung
24.04.2008 | 14:38 Uhr

Scheidungen sind nicht nur bei Menschen, sondern auch bei sozial monogamen Vögeln wie der Blaumeise weit verbreitet. So haben die Verhaltensökologen Mihaj Valcu und Bart Kempenaers vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen bei einer Langzeitstudie an Blaumeisen Trennungsraten von über 50 Prozent festgestellt. Doch warum trennen sich die Paare wieder? Um das herauszufinden, hilft es zu wissen, welcher der beiden ehemaligen Partner Leidtragender ist und wer von der Trennung profitiert.


Das Ergebnis früherer Studien an kleinen Sperlingsvögeln, zu denen auch die Blaumeise gehört, war, dass Weibchen offenbar stärker von einer Scheidung profitieren: Sie hatten danach nämlich mit einem neuen Partner mehr überlebende Nachkommen. "Nach diesen Erkenntnissen sollten es die Weibchen sein, welche die Initiative zum Verlassen eines Partners ergreifen", sagt Bart Kempenaers, Direktor der Abteilung Verhaltensökologie und Evolutionäre Genetik am Max-Planck-Institut für Ornithologie.

In ihrer Studie kommen Kempenaers und sein Mitarbeiter Mihaj Valcu allerdings zu dem Ergebnis, dass sich der höhere Bruterfolg durch den mit der Trennung einhergehenden Wechsel des Territoriums und weniger durch die Scheidung an sich erklären lässt: Denn nur wenn die Weibchen ihr angestammtes Territorium verlassen und an einen besseren Platz ziehen, erhöht sich auch die Zahl der Nachkommenschaft. Die Männchen dagegen bleiben fast ausschließlich in ihrem bisherigen Territorium.

Die Max-Planck-Forscher haben deshalb Blaumeisenweibchen untersucht, die nach der Trennung auch am oder zumindest in der Nähe ihres bisherigen Standortes blieben, um den Einfluss des Territoriumwechsels vom Effekt der Scheidung zu entkoppeln. Es stellte sich heraus, dass in diesem Fall nicht die Weibchen, sondern die Männchen ihre Fitness nach einer Scheidung erhöhten: Sie paarten sich mit größeren Weibchen und hatten einen höheren Bruterfolg als die ehemalige Partnerin.

Machen also möglicherweise die Männchen den ersten Schritt zur Trennung? "Wir können nur spekulieren" so Kempenaers. " Aber unsere Hypothese ist, dass ein größeres, stärkeres Weibchen die ursprüngliche Partnerin vertreibt und das Männchen samt Territorium übernimmt." In diesem Fall wäre die Konkurrenz zwischen den Weibchen um einen guten Paarungspartner Auslöser für die Trennung - und das wäre dann vermutlich der klassische Scheidungsgrund.

Quelle: Pressemitteilung Max-Planck-Gesellschaft



Originalveröffentlichung:

Mihai Valcu and Bart Kempenaers
Causes and consequences of breeding dispersal and divorce in a blue tit (Cyanistes caeruleus) population
Animal Behaviour, 23. April 2008




Leser-Kommentare:

- es sind noch keine Kommentare vorhanden -

Kommentar schreiben:
Aufgrund der massiven Spamflut ist die Abgabe von Kommentaren vorübergehend deaktiviert! Nutzen Sie bitte das Forum.

Name:
E-Mail oder Homepage:

Comment-Script (c) by Alex Ilosuna



Pressemitteilung: Max-Planck-Gesellschaft
det orni bio
 

vorige News

wiki.sah

Seite empfehlen  Weblinks  Sitemap  Community  Lexikon  Newsmeldungen
Volltextsuche
Regenerative Energien
Werbung
 

impressum | kontakt | disclaimer |

© by Science@home.de