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| :: Astronomie und Raumfahrt
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Der Raumfahrt-Erlebnispark in Bremen "Space Park" schließt seine Pforten. Grund genug für mich und meine Familie, das Infotainment-Center zu besuchen und mit eigenen Sinnen zu beurteilen, warum sich der Park nicht gerade als Publikumsmagnet erwiesen hat.
 | Ariane 4 im Maßstab 1:1 | Bereits aus der Ferne fällt einem die Ariane-4-Rakete auf, die auf dem Parkgelände stolz in den stahlgrauen Herbsthimmel ragt. Das futuristisch anmutende rundliche Gebäude, das im spacigen Anthrazit gehalten wird, durchmischt von neonfarbenem Blau und Rot, sieht attraktiv und vielversprechend aus, auch wenn es zugleich eine gewissen Distanz wahrt.
Die Eingangshalle lässt einen gleich an einen Flughafen denken: eine hallende Stimme aus den Lautsprechern, die man nur schwer verstehen kann, scheinbar ziellos umherirrende Menschen - wenn auch nicht viele und ohne Gepäck - und ein gelegentliches Grollen und Tosen, das an Triebwerkgeräusche erinnert. Man folgt einer gelben Linie, ähnlich der, wie sie auf den Autobahnbaustellen die Fahrbahn markiert, die sich als eine Messlatte für die Saturn-V-Rakete erweist, um den Besuchern des Parks die Dimensionen des Molochs zu demonstrieren. Die Linie zieht sich scheinbar endlos in die Länge. Auf die themenbezogen dekorierten Schaufenster mit allesamt verschlossenen Türen können wir uns keinen Reim bilden. Erst später erfahre ich, dass die lange Halle eine Shopping-Mall mit 120 Läden werden sollte, von denen jedoch nicht einer vermietet werden konnte.
Die Ariane 4 im Hof, gleich am Ufer der Weser, erweist sich nicht als bloße Nachbildung - sie ist Teil der ersten Attraktion, die einem die Beschleunigung beim Start einer Rakete mit deutlichen 3,5 G in den Magen setzt. Die als Space Shot getaufte überdimensionale Katapulte lässt keine Zweifel an der Beschleunigung aufkommen. Die halsbrecherische 17 Meter pro Sekunde lassen mich am Boden der Tatsachen bleiben.
 | Info-Tunnel mit Raumfahrt-Meilensteinen |
 | Raumanzug | Der Rest der Attraktionen ist in der Halle untergebracht. Gleich hinter den Kassen erstreckt sich eine Tunnelröhre, gehüllt in buntes Neonlicht. Zu beiden Seiten des Tunnels stehen Infoschilder mit Meilensteinen der Mondlandung der Sechziger und Siebziger Jahre. Am Ende des Durchgangs stößt man auf hell erleuchtete Raumanzüge hinter Glas. Leider war das schon alles, was der wissbegierige Besucher über Raumfahrt erfährt. Der Rest besteht aus Attraktionen, die man sowohl auf dem Dorfjahrmarkt als auch in jedem anderen Freizeitpark findet.
Nach einer im Schneckentempo verlaufenen Roboter-Rettungsaktion, der Robot Rescue, die in uns nicht gerade Lust nach mehr weckte, und einer Höllenfahrt mit der Indoor-Achterbahn Galaxie Express haben wir genug von dem kosmischen Abenteuer. Als nächstes steht das IMAX-Kino auf dem Programm, und da kommt man voll auf seine Kosten. Der Kurzfilm 'The Dream Is Alive' zieht das Publikum in seinen Bahn. Die ohrenbetäubende Explosion beim Start des Shuttles auf der 500 Quadratmeter großen Leinwand, Tränen der Freude im Kontrollteam, Schwerelosigkeit und schließlich unser blauer Planet aus 350 Kilometer Höhe, umhüllt von schneeweißen Wolkenbändern. Der Space Shuttle 'Discovery' zieht gemächlich vorüber, und ich habe das Gefühl, dass bei diesem Anblick alle im Saal dasselbe empfinden. Wie zu dessen Bestätigung sagt der Sprecher im Film: "Unser kleiner, blauer Planet. Von hier oben sind keine Grenzen sichtbar. Wir Menschen, die wir uns für das intelligenteste, am weitesten entwickelte Lebewesen halten, müssten doch in der Lage sein, mit dieser Welt zu leben und nicht gegen sie. Die Erde ist die Heimat für alle Völker." Ich bin zu Tränen gerührt.
 | IMAX-Kinosaal | Wir sind allesamt begeistert und wollen noch in eine IMAX-Vorstellung, Space Station in 3D - ein Spektakel der Superlative! Aufgewirbelter Staub beim Zünden der Triebwerke und der uns ins Gesicht schießender Rauch und Steine lassen uns ungewollt Schutz hinter dem Nachbarn suchen, ein Flug in der Schwerelosigkeit durch die Raumstation ISS und die vor unseren Augen schwebende Kugelschreiber und Wassertropfen lassen uns alle live am Geschehen teilhaben. Es ist fast wirklicher als die Wirklichkeit. Unsere Vorstellungen sind bei weitem übertroffen.
Der Film nähert sich seinem Ende zu, und somit auch der letzte Tag von "Space Park". Wo blieben die erwarteten 1,4 Millionen Besucher jährlich? Warum konnte sich der Park nicht gegen andere behaupten können? Lag es an sparsam aufgestellten Ausschilderung, die die Suche nach dem Freizeitpark für einen Ortsunkundigen zu einer echten Herausforderung werden ließ, oder an der dürftigen Promotion, die den Park im Sog der Unwissenheit untergehen ließ? Oder ist es das allgemeine wissenschaftliche Desinteresse der Öffentlichkeit, das Besucher auf Distanz hielt?
Wahrscheinlich ein bisschen von all dem. Abgesehen von dem IMAX-Erlebnis, weckten die eher schlecht als recht zusammengeschusterten Attraktionen nicht gerade ein Gefühl des Staunens in uns. Der Park sollte Illusionen wecken und Menschen für die Raumfahrt begeistern - all das, was der Pädagoge unter spielerischer Wissensvermittlung versteht. Als einzig illusionär erwies sich jedoch der 600 Millionen Euro teuere Gebäudekomplex, in dem man für 22 Euro Eintritt bitter desillusioniert wurde. Der Liebhaber von Karussell und Achterbahn ist mit Kirmes besser bedient und wahrscheinlich auch billiger, und auch der wissenschaftsinteressierte Besucher kommt ebenfalls nicht auf seine Kosten. Zu wenig Interaktion, zu wenig Ausstellung, zu unglaubwürdig. Der Space-Shop ist ebenfalls mager ausgestattet: kaum edukatives Spielzeug und zu viel Kitsch, das nur wage Bezüge zur Raumfahrt oder Science Fiction hat.
Bedenkt man, dass die NASA für 600 Millionen Dollar zwei erfolgreiche Rover auf dem Mars landete, die inzwischen 9 Monate funktionieren und die Weltöffentlichkeit aus allen Herren Ländern begeistern, fragt man sich, was in Bremen falsch gelaufen ist. Die Antwort liegt irgendwo da draußen.
Leser-Kommentare:
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