Ab wann können Babys sehen?

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Bereits ab der 28. Schwangerschaftswoche kann der Fötus Hell-Dunkel-Kontraste wahrnehmen. Nach der Geburt ist das Sehvermögen des Babys jedoch noch stark eingeschränkt: Neugeborene sind kurzsichtig und erkennen ihre Umwelt nur unscharf und in einfachen Kontrasten. Sie können Gesichter und Objekte in einer Entfernung von etwa 20 bis 30 Zentimetern am besten wahrnehmen – genau der Abstand, in dem sich in der Regel das Gesicht der Mutter beim Stillen befindet.

Entgegen einem weitverbreiteten Irrtum sehen Neugeborene die Welt nicht tatsächlich kopfüber; vielmehr empfängt die Netzhaut das Bild seiten- und kopfstehend, und das Gehirn muss erst lernen, die optischen Informationen richtig zu verarbeiten. In den ersten Lebenswochen dominieren starke Hell-Dunkel-Unterschiede, da die Zapfenzellen für Farbwahrnehmung noch nicht vollständig ausgereift sind.

Ab etwa dem zweiten Lebensmonat beginnen Babys, Gesichter bewusst zu fixieren und Farben voneinander zu unterscheiden. Um den vierten bis sechsten Monat verbessert sich das binokulare Sehen, also das Zusammenspiel beider Augen, wodurch erstmals räumliches Sehen möglich wird.

Mit etwa einem Jahr erreicht das Kind rund 50–70 % der Sehschärfe eines Erwachsenen. Die vollständige Entwicklung der Sehleistung und der visuellen Wahrnehmung ist meist erst mit etwa drei bis fünf Jahren abgeschlossen.

Entwicklungsübersicht

Alter Sehvermögen / Fähigkeit
28. Schwangerschaftswoche Wahrnehmung von Hell und Dunkel
Geburt Sehr unscharfes Sehen, nur in 20–30 cm Entfernung
2. Monat Fixieren und Erkennen von Gesichtern, erste Farbwahrnehmung
4.–6. Monat Räumliches Sehen (binokular)
12 Monate Etwa 50–70 % Sehschärfe eines Erwachsenen
3–5 Jahre Weitgehend ausgereiftes Sehvermögen

Grund für die anfängliche Kurzsichtigkeit: Sie ermöglicht es dem Neugeborenen, sich auf die ihm nächsten Bezugspersonen zu konzentrieren, während weiter entfernte Reize zunächst weniger relevant sind.

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