Baby-Boomer und Geburtenanstieg nach dem Zweiten Weltkrieg
Die Bezeichnung Baby-Boomer bezieht sich auf die Generation, die zwischen etwa 1946 und 1964 geboren wurde, gekennzeichnet durch einen deutlichen Anstieg der Geburtenraten in vielen westlichen Ländern wie den USA, Kanada, Australien und Westeuropa.
Hintergrund
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten Millionen Soldaten in ihre Heimatländer zurück. Viele Paare, die während des Kriegs getrennt waren, konnten nun heiraten und Familien gründen. Die wirtschaftliche Lage war in dieser Zeit besonders günstig: starker wirtschaftlicher Aufschwung, Vollbeschäftigung und zunehmender Wohlstand ermöglichten es Familien, mehrere Kinder zu versorgen.
Gründe für den Geburtenanstieg
- Rückkehr der Soldaten: Die Heimkehr vieler Männer nach dem Krieg führte zu nachgeholten Heiraten und Familiengründungen.
- Wirtschaftlicher Aufschwung: Stabile Beschäftigung, steigender Wohlstand und Optimismus gaben den Menschen die Sicherheit, Kinder zu bekommen.
- Staatliche Förderung: Förderprogramme, günstige Kredite und sozialer Wohnungsbau erleichterten Familien die Gründung eines Haushalts. In den USA spielte das GI Bill eine zentrale Rolle.
- Traditionelle Rollenbilder: Frauen wurden überwiegend als Hausfrauen und Mütter gesehen, Männer als Haupternährer, was die Familiengründung erleichterte.
- Medizinischer Fortschritt: Sinkende Säuglingssterblichkeit, Impfungen und bessere medizinische Versorgung machten Kinderkriegen sicherer.
- Psychologischer Wunsch nach Stabilität: Nach den traumatischen Erlebnissen des Kriegs suchten viele Menschen nach Normalität, Sicherheit und familiärer Geborgenheit.
- Früheres Heiratsalter: Viele Paare heirateten bereits Anfang 20, wodurch die Zeitspanne für Kinderkriegen verlängert wurde.
Folgen
Die Kombination dieser Faktoren führte zu einem signifikanten Geburtenanstieg. Die Baby-Boomer-Generation prägte die demografische Struktur der westlichen Gesellschaften über mehrere Jahrzehnte hinweg.