Blut

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Blutkreislauf des Menschen

Blut ist eine essentielle Körperflüssigkeit, die durch das Adersystem von Wirbeltieren fließt. Bei Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Fischen ist das Blut durch Hämoglobin rot gefärbt. Bei Nicht-Wirbeltieren wird eine Flüssigkeit mit analogen Funktionen als Hämolymphe bezeichnet.

Funktion

Zusammensetzung

Blutgruppen

Die Blutgruppen sind ein klassifikatorisches System zur Einteilung des Blutes nach bestimmten Oberflächenmerkmalen auf den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Sie spielen insbesondere bei Bluttransfusionen, Organtransplantationen sowie in der Immunhämatologie eine zentrale Rolle. Die bekanntesten und medizinisch relevantesten Systeme sind das AB0-System und das Rhesus-System.

Im AB0-System werden die Blutgruppen A, B, AB und 0 unterschieden. Grundlage sind bestimmte Antigene (A- und B-Antigen), die auf der Oberfläche der Erythrozyten vorhanden sein können. Menschen mit Blutgruppe A tragen das A-Antigen, Personen mit Blutgruppe B das B-Antigen. Blutgruppe AB weist beide Antigene auf, während Blutgruppe 0 keine dieser beiden Strukturen besitzt. Im Blutplasma befinden sich jeweils Antikörper gegen die Antigene, die nicht vorhanden sind. So enthält das Plasma von Menschen mit Blutgruppe A Antikörper gegen B, während bei Blutgruppe 0 sowohl Anti-A- als auch Anti-B-Antikörper vorkommen.

Das Rhesus-System bezieht sich vor allem auf das D-Antigen. Ist dieses vorhanden, spricht man von Rhesus-positiv (Rh+), fehlt es, von Rhesus-negativ (Rh−). Die Rhesusvererbung erfolgt unabhängig vom AB0-System, sodass Kombinationen wie A Rh+ oder 0 Rh− entstehen. Eine besondere Bedeutung hat der Rhesusfaktor bei Schwangerschaften. Ist eine Rhesus-negative Mutter mit einem Rhesus-positiven Kind schwanger, kann es bei einer Sensibilisierung der Mutter zu immunologischen Reaktionen gegen die kindlichen Erythrozyten kommen (Rhesusinkompatibilität).

Die Verteilung der Blutgruppen variiert geografisch und ethnisch. In Mitteleuropa ist Blutgruppe A am häufigsten, gefolgt von 0, B und AB. Rhesus-positiv ist weltweit deutlich häufiger vertreten als Rhesus-negativ. Die Kenntnis der eigenen Blutgruppe ist im medizinischen Kontext essenziell, da inkompatible Bluttransfusionen schwere immunologische Reaktionen bis hin zum tödlichen Schock auslösen können. Vor jeder Transfusion werden daher Kreuzproben durchgeführt, um Verträglichkeit sicherzustellen.

Neben AB0 und Rhesus existieren weitere Blutgruppensysteme wie Kell, Duffy oder MNS. Diese spielen in spezialisierten klinischen Situationen eine Rolle, etwa bei mehrfachen Transfusionen, Schwangerschaftskomplikationen oder bei der Vorbereitung komplexer Organtransplantationen.


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