Erdbeben

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Als Erdbeben bezeichnet man messbare Erschütterungen der Erdoberfläche, die durch plötzliche Bewegungen im Erdinneren entstehen. Diese Bewegungen setzen gespeicherte Spannungen frei, die sich in Form von seismischen Wellen ausbreiten. Erdbeben können erhebliche Schäden verursachen, indem sie Bauwerke zerstören, den Boden aufreißen oder sekundäre Naturereignisse wie Erdrutsche und Tsunamis auslösen. Die Intensität der Auswirkungen hängt von Faktoren wie der Stärke des Bebens, der Tiefe des Hypozentrums und der Entfernung zum Epizentrum ab. Auch die Bauweise und die geologischen Bedingungen einer Region beeinflussen das Ausmaß der Schäden.

Ursachen

Die Hauptursache für Erdbeben ist die Plattentektonik. Die Erdkruste besteht aus mehreren großen und kleinen Platten, die sich ständig bewegen. Treffen diese Platten aufeinander, reiben aneinander oder entfernen sich voneinander, entstehen Spannungen, die sich irgendwann ruckartig entladen. Diese Entladungen führen zu den typischen Erschütterungen, die als Erdbeben wahrgenommen werden. Neben tektonischen Ursachen können auch vulkanische Aktivitäten, Einstürze unterirdischer Hohlräume oder menschengemachte Einwirkungen wie Bergbau und große Stauseen kleinere Beben hervorrufen. Tektonische Beben sind jedoch die häufigste und stärkste Form.

Messung

Zur Messung von Erdbeben werden seismische Wellen mit speziellen Geräten, den Seismographen, aufgezeichnet. Die Stärke eines Bebens wird traditionell mit der Richterskala angegeben, die logarithmisch aufgebaut ist und die freigesetzte Energie beschreibt. Heute wird häufig die Momenten-Magnituden-Skala (Mw) verwendet, da sie auch bei sehr starken Beben zuverlässige Werte liefert. Neben der Magnitude wird die Intensität eines Erdbebens beschrieben, die angibt, wie stark die Erschütterungen an einem bestimmten Ort wahrgenommen werden und welche Schäden dort auftreten. Dafür wird in Europa oft die EMS-98-Skala genutzt.

Auswirkungen

Die Folgen von Erdbeben sind vielfältig und reichen von leichten Bodenerschütterungen bis hin zu großflächigen Zerstörungen. Typische Schäden sind Risse im Boden, Einstürze von Gebäuden und Infrastrukturen sowie die Auslösung von Tsunamis bei unterseeischen Beben. In bergigen Regionen können Erdrutsche entstehen, die zusätzliche Gefahren mit sich bringen. Neben den direkten Schäden wirken sich Erdbeben auch langfristig auf Gesellschaften aus, indem sie wirtschaftliche Verluste verursachen, Menschen vertreiben und den Wiederaufbau über Jahre hinweg prägen. Besonders gefährdet sind dicht besiedelte Gebiete mit unzureichender Bauweise.

Verbreitung

Erdbeben treten weltweit auf, konzentrieren sich jedoch auf bestimmte Zonen, die sogenannten seismisch aktiven Regionen. Besonders häufig sind sie entlang der Plattengrenzen, etwa im "Pazifischen Feuerring", wo zahlreiche tektonische Platten aufeinandertreffen. Auch das Mittelmeergebiet, Teile Asiens und Regionen in Nord- und Südamerika sind stark betroffen. In Mitteleuropa sind Erdbeben seltener und meist schwächer, können aber dennoch spürbar sein und in Einzelfällen Schäden verursachen. Die regionale Verteilung hängt eng mit der geologischen Struktur der Erdkruste zusammen.

Siehe auch


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