Herz

Aus Wiki.sah

Das Herz ist ein zentrales Organ des menschlichen Körpers und übernimmt die Aufgabe, Blut durch den gesamten Organismus zu pumpen. Es liegt im Brustkorb etwas links der Mitte und ist von einem schützenden Bindegewebssack umgeben, dem Herzbeutel. Die Struktur des Herzens gliedert sich in vier Hauptkammern: zwei Vorhöfe und zwei Kammern. Diese Anordnung ermöglicht einen kontinuierlichen Blutfluss, bei dem sauerstoffarmes Blut in die Lunge gelangt und sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf gepumpt wird. Die Herzmuskulatur ist besonders leistungsfähig, da sie sich ohne bewusste Kontrolle rhythmisch zusammenzieht und wieder entspannt. Dieser Ablauf wird durch elektrische Impulse gesteuert, die im Erregungsleitungssystem entstehen und sich über den gesamten Muskel ausbreiten. Zu diesem System gehören unter anderem der Sinusknoten und der AV-Knoten, die als natürliche Taktgeber wirken.

Der Aufbau des Herzens ist eng mit den angrenzenden Blutgefäßen verbunden, zu denen unter anderem die Aorta, die Hohlvene und die Lungenarterie gehören. Über ein Zusammenspiel von Herzklappen wird verhindert, dass Blut in die falsche Richtung fließt. Dazu zählen Mitral-, Trikuspidal-, Aorten- und Pulmonalklappe. Sie öffnen und schließen sich abhängig vom Druck in den verschiedenen Herzabschnitten. Diese Steuerung sorgt dafür, dass der Blutfluss gleichmäßig bleibt und keine Rückstauungen entstehen. Die Wände des Herzens bestehen aus mehreren Schichten, darunter das Endokard, das Myokard und das Epikard. Jede dieser Schichten erfüllt eigene Aufgaben und trägt zur Stabilität und Funktion des Organs bei. Die ständige Beanspruchung macht das Herz anfällig für Belastungen, die sich durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems äußern können. Trotz dieser Risiken bleibt das Herz ein äußerst zuverlässiges Organ, das in der Regel über viele Jahrzehnte seine Leistung aufrechterhält.

Aufgaben und Funktionsweise

Schematische Darstellung des menschlichen Herzens

Das Herz arbeitet ununterbrochen und passt seine Leistung laufend den Anforderungen des Körpers an. Es fördert pro Minute eine wechselnde Menge an Blut, abhängig davon, ob sich der Körper in Ruhe befindet oder aktiv ist. Der Grundmechanismus beruht auf einem regelmäßigen Wechsel aus Anspannung und Entspannung, der als Herzzyklus bezeichnet wird. In der Füllungsphase strömt Blut in die Vorhöfe und weiter in die Kammern. In der Auswurfphase zieht sich die Herzmuskulatur kräftig zusammen und presst das Blut in die großen Arterien. Über die Arterien wird das Blut in verschiedene Körperregionen transportiert, wo es Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das zurückfließende Blut gelangt über die Venen erneut zum Herzen, wodurch ein geschlossener Kreislauf entsteht. Dieser Ablauf ermöglicht einen stabilen Blutdruck, der durch die Pumpkraft des Herzens beeinflusst wird.

Ein wichtiges Merkmal der Herzfunktion ist die elektrische Erregungsbildung. Der Sinusknoten erzeugt Impulse, die sich über das Muskelgewebe ausbreiten und so die Kontraktion auslösen. Der AV-Knoten sorgt für eine kurze Verzögerung, damit die Vorhöfe zunächst entleert werden, bevor die Kammern kontrahieren. Eine Störung dieses Systems kann zu Herzrhythmusstörungen führen, die die Pumpleistung beeinträchtigen. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit des Herzens, auf äußere Bedingungen zu reagieren. Hormone wie Adrenalin können die Herzfrequenz erhöhen, während andere Einflüsse wie Entspannung oder Schlaf eine Senkung bewirken. Die Versorgung des Herzmuskels erfolgt über die Koronararterien, die empfindlich auf Engstellen reagieren. Werden sie verengt, kann es zu einer Unterversorgung kommen, die die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels einschränkt. Die Funktionsweise des Herzens bleibt nur stabil, wenn alle beteiligten Strukturen gut aufeinander abgestimmt arbeiten.

Erkrankungen und Risikofaktoren

Herzerkrankungen entstehen oft über viele Jahre hinweg und betreffen unterschiedliche Bereiche des Organs. Eine der häufigsten Erkrankungen ist die Koronare Herzkrankheit, bei der Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen die Durchblutung des Herzmuskels mindern. Eine solche Minderdurchblutung kann zu Schmerzen im Brustkorb führen oder einen Herzinfarkt auslösen. Auch die Herzklappen können erkranken, indem sie verengen oder undicht werden. Solche Veränderungen verändern den Blutfluss und setzen das Herz unter zusätzlichen Druck. Eine weitere Gruppe von Erkrankungen betrifft den Herzmuskel selbst, wie beispielsweise Kardiomyopathien, die seine Struktur und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Herzrhythmusstörungen gehören ebenfalls zu den typischen Problemen und können harmlose oder schwerwiegende Formen annehmen.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen erhöhte Blutfettwerte, dauerhaft erhöhter Blutdruck, Rauchen, Bewegungsmangel und Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus. Diese Einflüsse schwächen die Gefäßwände oder fördern Ablagerungen, die den Blutfluss behindern. Auch Alter, genetische Faktoren und chronischer Stress spielen eine Rolle. Einige Risikofaktoren lassen sich reduzieren, indem Veränderungen im Lebensstil vorgenommen werden. Andere erfordern eine langfristige medizinische Betreuung. Viele Herzkrankheiten beginnen schleichend und bleiben lange unbemerkt, was ihre Erkennung erschwert. Frühzeitige Untersuchungen und regelmäßige Kontrollen können helfen, Risiken zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln. Die Vielschichtigkeit der Erkrankungen zeigt, dass das Herz als Organ eng mit anderen Körpersystemen verbunden ist und durch zahlreiche Einflüsse beeinträchtigt werden kann.