Liste der Sprachirrtümer im Deutschen

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Sprachirrtümer entstehen, wenn sich falsche oder missverstandene Formen, Bedeutungen oder Schreibweisen im Alltag verfestigen. Sie können durch Volksetymologie, unklare Herkunft, regionale Varianten oder die Einwirkung anderer Sprachen entstehen. Manche dieser Irrtümer werden so häufig verwendet, dass sie im allgemeinen Sprachgebrauch als korrekt gelten, obwohl sie sprachhistorisch oder grammatikalisch falsch sind. Die folgende Liste fasst verbreitete Irrtümer im Deutschen zusammen und erläutert ihre Herkunft oder Korrektur.

Liste verbreiteter Sprachirrtümer

  • "Das macht Sinn" – Wird oft kritisiert, weil es aus dem Englischen "makes sense" übernommen wurde. Ursprünglich galt im Deutschen "es hat Sinn" oder "es ergibt Sinn" als korrekt.
  • "Am Meisten" – Falsch wegen der Großschreibung; korrekt ist "am meisten", da es sich um einen Superlativ handelt.
  • "Wegen dem Wetter" – Falsch nach traditioneller Grammatik, da "wegen" den Genitiv fordert: "wegen des Wetters".
  • "Ich bin größer wie du" – In vielen Dialekten üblich, aber standardsprachlich falsch. Richtig: "Ich bin größer als du".
  • "Steigerung von perfekt" – Begriffe wie "perfekter" oder "am perfektesten" sind logisch falsch, da "perfekt" ein Absolutadjektiv ist.
  • "Einzigste" – Unlogische Steigerung von "einzig"; korrekt ist nur "einzige".
  • "Größer 10" – Umgangssprachlich gebräuchlich, aber mathematisch korrekt heißt es "größer als 10".
  • "Das Selbe" vs. "Das Gleiche" – "Dasselbe" bezeichnet identische Dinge, "das Gleiche" nur ähnliche.
  • "Ergoogelte Fakten" – Ironischer Neologismus, aber als Ersatz für "recherchiert" kein korrektes Deutsch.
  • "Nichtsdestotrotz" – Ein Pleonasmus, da "trotz" bereits im Wort enthalten ist. Korrekt wäre "trotzdem" oder "nichtsdestoweniger".
  • "Etwas macht Spaßig" – Umgangssprachliche Fehlbildung; richtig: "etwas macht Spaß" oder "etwas ist lustig".
  • "Ich lehne mich an das Fenster" – Verwechslung der reflexiven Form; korrekt: "Ich lehne mich ans Fenster" oder "Ich lehne das Fenster an".
  • "Lehrreich" und "lerreich" – Verwechslung alter Wortformen; korrekt ist nur "lehrreich".
  • "Wortwörtlich" – Oft fälschlich mit "buchstäblich" gleichgesetzt; "wortwörtlich" bezieht sich streng auf den exakten Wortlaut.
  • "Pleite gehen" – Kein echter Irrtum, aber eine Missinterpretation: "Pleite" stammt aus dem Jiddischen "plajte" = Zusammenbruch.
  • "Ich hab mich gewundert, warum..." – Umgangssprachlich akzeptiert, grammatikalisch ungenau; besser: "Ich habe mich gefragt, warum...".
  • "Das kostet nichts extra" – Häufiger Anglizismus (von "extra cost"); korrekt: "Das kostet nichts zusätzlich".
  • "Komm gut nach Hause" – Korrekt wäre "Komm gut heim" oder "Komm gut nach Hause" (beides akzeptiert, aber regional unterschiedlich bewertet).
  • "Ich bin am Arbeiten" – Vom Rheinischen beeinflusste Verlaufsform; in der Standardsprache besser: "Ich arbeite gerade".
  • "Ich tu das machen" – Umgangssprachlich verbreitet, aber redundant; korrekt: "Ich mache das".
  • "Ich habe gemacht gehabt" - Doppelperfekt. In einigen Dialekten üblich, aber grammatikalisch falsch.

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