Tabelle der Schärfegrade

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Die Tabelle der Schärfegrade bietet eine Übersicht über typische Lebensmittel, ihre Werte auf der Scoville-Skala und die physiologischen Auswirkungen von Schärfe. Sie dient als Orientierung zwischen milden Paprikasorten und extrem scharfen Chilis wie dem Carolina Reaper. Schärfe ist dabei keine eigenständige Geschmacksrichtung, sondern eine Reizempfindung, die durch Capsaicin und verwandte Stoffe ausgelöst wird. Die Schärfe-Skala macht diese Unterschiede vergleichbar und ordnet bekannte Lebensmittel in nachvollziehbare Stufen ein.

Schärfegrade und Scoville-Skala

Die Scoville-Skala ist das internationale Maß zur Bestimmung der Schärfe von Paprika und Chili. Sie gibt an, wie viel Capsaicin ein Produkt enthält und damit, wie stark die Schärfewahrnehmung ist. Der Messwert wird in Scoville Heat Units (SHU) angegeben. Während Gemüsepaprika mit 0 SHU keinerlei Schärfe aufweist, können extrem scharfe Sorten über zwei Millionen SHU erreichen.

Schärfe wird durch Schmerz- und Wärmerezeptoren im Mundraum wahrgenommen. Sie löst physiologische Reaktionen wie Speichelfluss, Wärmegefühl, Schweißbildung oder Tränenfluss aus. Ab einer bestimmten Intensität kann sie auch zu Kreislaufbelastungen oder Magenreizungen führen. Neben der chemischen Messung durch Scoville-Werte gibt es gebräuchliche Schärfe-Stufen wie „mild“, „pikant“, „scharf“ oder „extrem“.

Tabelle der Schärfegrade

Lebensmittel/Quelle Schärfegrad (SHU) Schärfe-Stufe Küchenbeispiele Skala (Farbe) Physiologische Auswirkung
Paprika (Gemüsepaprika) 0 SHU mild Paprikasalat, Ratatouille keine Schärfewahrnehmung, süßlich-aromatisch
Zwiebeln 0 SHU (enthält kein Capsaicin, gefühlte Reizschärfe ca. 100–500) mild Salate, Suppen, Bratgerichte leicht scharf durch schwefelhaltige Verbindungen, Reizung der Augen
Knoblauch 0 SHU (enthält kein Capsaicin, gefühlte Reizschärfe ca. 500–1.000) mild Pasta, Soßen, Bratgerichte leicht scharf, intensives Aroma, keine Capsaicinwirkung
Paprika edelsüß, schwarzer Pfeffer 100–500 SHU mild Pfeffer auf gekochten Eiern, Paprikapulver in Gulasch leichtes Wärmegefühl, kaum Reizung
Scharfer Senf 0 SHU (enthält kein Capsaicin, gefühlte Reizschärfe ca. 1.000–5.000) mild bis pikant Senfsoßen, Hotdog, Würzpaste brennend im Mund, starkes Reizgefühl durch Allylisothiocyanat
Jalapeño 2.500–8.000 SHU pikant Nachos mit Jalapeños, Salsa deutliches Brennen, erhöhte Speichelproduktion
Tabasco-Sauce (rot) 2.500–5.000 SHU pikant Würze für Pizza, Bloody Mary mildes bis mittleres Brennen, Reizung der Lippen
Cayennepfeffer 30.000–50.000 SHU scharf Currygerichte, scharfe Eintöpfe spürbare Reizung, Schweißbildung
Thai-Chili 50.000–100.000 SHU sehr scharf Thai-Curry, Sambal Oelek starkes Brennen, tränende Augen
Habanero 100.000–350.000 SHU sehr scharf bis extrem Habanero-Salsa, scharfe Chilisaucen intensive Schärfe, Kreislaufbelastung, mögliche Magenreizung
Pepper-King Habanero Chips ca. 300.000 SHU extrem würzige Snacks, Dip-Begleiter intensives Brennen, langanhaltende Wärme
Wasabi 0 SHU (gefühlte Reizschärfe ca. 350.000–400.000) extrem Sushi, Sashimi, Wasabi-Dip scharfer, stechender Geschmack, Tränenfluss (durch Isothiocyanate)
Bhut Jolokia (Ghost Pepper) 800.000–1.000.000 SHU extrem sehr scharfe Spezial-Saucen, Chili-Pasten extremes Brennen, Schweißausbruch, Schmerzen im Verdauungstrakt möglich
Carolina Reaper 1.500.000–2.200.000 SHU extrem (rekordverdächtig) Wettbewerbs-Chili, extrem scharfe Extraktsaucen massive physiologische Reaktionen, für viele Menschen kaum verträglich
Hot Chip 2.200.000 SHU extrem (rekordverdächtig) Einzelchip-Herausforderung massive physiologische Reaktionen, für viele Menschen kaum verträglich