Tinder
Tinder ist eine mobile Dating-App, die 2012 von Sean Rad, Jonathan Badeen, Justin Mateen, Joe Munoz, Dinesh Moorjani und Whitney Wolfe Herd entwickelt und veröffentlicht wurde. Die Anwendung gehört zur Match Group, die auch andere Dating-Plattformen wie OkCupid und Plenty of Fish betreibt. Tinder ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern, potenzielle Partner anhand von Fotos, kurzen Profilbeschreibungen und Standortdaten zu entdecken. Das Prinzip der App basiert auf einem einfachen Wischsystem: Ein Wisch nach rechts signalisiert Interesse, ein Wisch nach links Ablehnung. Kommt es zu einem gegenseitigen "Like", entsteht ein sogenanntes "Match", über das beide Personen miteinander chatten können. Tinder war eine der ersten Apps, die das Prinzip des "Swipe"-Matchings populär machte und damit das Online-Dating nachhaltig prägte.
Funktionsweise
Tinder basiert auf einer standortbezogenen Suche, bei der die Nutzer über die GPS-Funktion ihres Smartphones andere Mitglieder in einem bestimmten Umkreis angezeigt bekommen. Dabei werden Fotos, Alter, Name und eine kurze Selbstbeschreibung eingeblendet. Durch die intuitive Wischfunktion wird das Auswahlverfahren vereinfacht und beschleunigt. Erst wenn beide Nutzer einander positiv bewerten, kommt ein Chat zustande. Diese Interaktion, "Match" genannt, soll den Erstkontakt erleichtern und ungewollte Nachrichten verhindern. Zusätzlich zu den Basisfunktionen bietet Tinder Premium-Abos wie "Tinder Plus", "Tinder Gold" und "Tinder Platinum" an, mit denen Nutzer erweiterte Möglichkeiten wie unbegrenztes Wischen, Standortänderung oder Einblicke in erhaltene Likes nutzen können. Die App analysiert das Nutzerverhalten mithilfe eines internen Algorithmus, der unter anderem Aktivität und Interaktionsraten berücksichtigt, um passende Vorschläge zu generieren.
Entwicklung und Verbreitung
Seit seiner Einführung 2012 hat sich Tinder zu einer der weltweit bekanntesten und am häufigsten genutzten Dating-Plattformen entwickelt. Die App wurde zunächst auf US-amerikanischen College-Campussen populär, bevor sie sich international verbreitete. Bereits 2014 verzeichnete Tinder täglich über eine Milliarde Wischbewegungen. Inzwischen wird die App in über 190 Ländern genutzt und ist in mehr als 40 Sprachen verfügbar. Durch ihre einfache Bedienung und starke visuelle Ausrichtung wurde Tinder zu einem kulturellen Phänomen, das das Dating-Verhalten einer ganzen Generation prägte. Mit der Zeit passte das Unternehmen die App immer wieder an gesellschaftliche Trends an, etwa durch die Einführung von Sicherheitsfunktionen, Verifizierungssystemen und diverseren Geschlechts- und Orientierungsoptionen. Tinder bleibt eine der erfolgreichsten mobilen Anwendungen im Bereich sozialer Interaktion.
Kostenmodell
Tinder bietet ein sogenanntes Freemium-Modell an, bei dem grundlegende Funktionen kostenlos verfügbar sind, während erweiterte Optionen über kostenpflichtige Abonnements freigeschaltet werden. Die Basisversion erlaubt das Erstellen eines Profils, das Wischen nach rechts oder links, das Matching mit anderen Nutzern und das Versenden von Nachrichten an bestehende Matches. Bezahlinhalte sind in mehreren Stufen erhältlich:
- Tinder Plus: Enthält unbegrenzte Likes, die Möglichkeit, den Standort zu ändern (Passport-Funktion), fünf "Super Likes" pro Tag, eine monatliche "Boost"-Funktion sowie die Option, versehentliche Wischbewegungen rückgängig zu machen.
- Tinder Gold: Beinhaltet alle Plus-Funktionen und zusätzlich die Anzeige, wer das eigene Profil bereits geliked hat, sowie eine tägliche Auswahl von "Top Picks", die laut Algorithmus besonders gut passen sollen.
- Tinder Platinum: Erweiterung von Gold mit der Möglichkeit, vor einem Match eine Nachricht zu senden ("Message Before Match"), sowie einer höheren Priorität in den Vorschlägen anderer Nutzer.
- Einzelkäufe: Zusätzlich können einzelne "Boosts" oder "Super Likes" ohne Abo erworben werden.
Die Preise variieren je nach Land, Nutzeralter und Angebotsphase. Grundsätzlich ist die Nutzung der Basisversion dauerhaft kostenlos, während Premium-Abonnements monatlich, vierteljährlich oder jährlich abgeschlossen werden können. Durch dieses gestufte Modell bietet Tinder sowohl Gelegenheitssuchenden als auch intensiven Nutzern unterschiedliche Optionen für den Funktionsumfang.