Vogelperspektive
Die Vogelperspektive bezeichnet eine Darstellungsweise, bei der das Geschehen aus einer erhöhten Sichtposition gezeigt wird. Im Kontext von Computerspielen bedeutet dies, dass der Spieler das Spielgeschehen aus einer schrägen oder senkrechten Draufsicht beobachtet. Diese Perspektive erinnert an den Blick eines Vogels, der von oben auf die Landschaft hinabblickt. Sie erlaubt es, größere Bereiche einer Spielwelt gleichzeitig zu überblicken und taktische Entscheidungen zu treffen, ohne auf eine direkte, figurenzentrierte Sicht angewiesen zu sein. In der Praxis variiert die genaue Ausrichtung je nach Spielmechanik: Manche Titel setzen auf eine senkrechte Draufsicht, während andere eine leicht geneigte, isometrische Darstellung bevorzugen. Diese Form der Ansicht war insbesondere in den frühen Jahren der Videospielgeschichte verbreitet, da sie bei vergleichsweise geringem technischem Aufwand eine klare räumliche Orientierung bot. Auch heute findet sie Anwendung, vor allem in Strategiespielen, Rollenspielen und Simulationen.
Die Verwendung der Vogelperspektive in Computerspielen erfüllt in erster Linie funktionale Zwecke. Sie erleichtert die Übersicht über Spielfiguren, Gegner und Objekte und ermöglicht ein präzises Planen von Bewegungen oder Aktionen. In Spielen wie Command & Conquer oder Age of Empires ist sie essenziell, um komplexe Abläufe auf dem Schlachtfeld zu koordinieren. Auch in Rollenspielen wie Diablo dient die Vogelperspektive dazu, Kämpfe und Erkundungen übersichtlich darzustellen. Der Spieler kann das Umfeld einschätzen, Gefahren erkennen und taktisch agieren. Zudem bietet diese Ansicht Vorteile bei der Benutzeroberfläche: Lebenspunkte, Inventar und Minikarten lassen sich leicht anordnen, ohne die Spielfläche zu überladen. In modernen Titeln wird die klassische Vogelperspektive häufig durch frei dreh- oder zoombare Kameras erweitert, um ein flexibleres Spielerlebnis zu ermöglichen. Dennoch bleibt sie eine der prägenden visuellen Gestaltungsformen in der Geschichte der Computerspiele.