Zinspolitik unter Donald Trump (erste Amtszeit)

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Die Zinspolitik unter Donald Trump bezieht sich auf die geldpolitischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump (2017–2021). Zwar ist die Federal Reserve (Fed) als US-Zentralbank unabhängig, doch Trump übte erheblichen öffentlichen Druck auf sie aus, was zu kontroversen Diskussionen führte.

Hintergrund

Die Geldpolitik in den USA wird von der Federal Reserve gestaltet, deren Hauptinstrument der Leitzins ist. Donald Trump übernahm das Präsidentenamt im Januar 2017, als sich die US-Wirtschaft in einer Phase stabilen Wachstums befand und die Arbeitslosigkeit niedrig war.

Anfangsphase: Zinsanhebungen (2017–2018)

Unter der Führung von Fed-Vorsitzender Janet Yellen und später Jerome Powell begann die Fed, den Leitzins schrittweise anzuheben. Ziel war es, die expansive Geldpolitik nach der Finanzkrise 2008 zu normalisieren.

  • Im Jahr 2017 wurde der Leitzins drei Mal erhöht.
  • 2018 folgten vier weitere Zinsschritte – von 1,5 % auf 2,5 %.

Trump kritisierte diese Anhebungen wiederholt öffentlich, da er eine Beeinträchtigung des Wirtschaftswachstums und des Aktienmarktes befürchtete.

Druck auf die Federal Reserve

Trump war einer der wenigen US-Präsidenten, die die Fed regelmäßig und offen kritisierten. Er bezeichnete Zinserhöhungen als "verrückt" (engl. crazy) und forderte wiederholt Zinssenkungen.

  • Trump nominierte 2018 Jerome Powell als Nachfolger von Janet Yellen, kritisierte ihn jedoch später heftig.
  • Er drohte sogar mehrfach, Powell zu entlassen, was verfassungsrechtlich umstritten gewesen wäre.

Phase der Zinssenkungen (2019)

2019 senkte die Fed den Leitzins in drei Schritten von 2,5 % auf 1,75 %. Begründet wurde dies mit einer globalen Abschwächung der Konjunktur sowie mit Handelskonflikten, insbesondere dem US-chinesischen Handelskrieg, der unter Trump eskalierte.

Reaktion auf die COVID-19-Pandemie (2020)

Im März 2020 reagierte die Fed auf den wirtschaftlichen Schock durch die Corona-Pandemie mit drastischen Maßnahmen:

  • Der Leitzins wurde auf nahezu 0 % gesenkt (0,00–0,25 %).
  • Zusätzlich wurden umfangreiche Anleihekaufprogramme gestartet (quantitative easing).
  • Die Fed übernahm erstmals auch Unternehmensanleihen und setzte Notkreditprogramme auf.

Diese Maßnahmen fanden trotz Trumps früherer Kritik an „zu lockerer“ Geldpolitik seine volle Unterstützung.

Bewertung und Kontroversen

Die Zinspolitik während Trumps Präsidentschaft war stark von politischem Druck begleitet. Kritiker sahen in seinen Äußerungen eine Bedrohung für die Unabhängigkeit der Zentralbank. Befürworter hingegen argumentierten, dass die Fed auf reale wirtschaftliche Unsicherheiten reagiert habe.

Siehe auch

Weblinks