Kommunismus: Unterschied zwischen den Versionen
IPro (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
IPro (Diskussion | Beiträge) |
||
| Zeile 14: | Zeile 14: | ||
*[[Politische Linke]] | *[[Politische Linke]] | ||
*[[Liste der kommunistischen Staaten]] | |||
[[Kategorie:Gesellschaftsform]] | [[Kategorie:Gesellschaftsform]] | ||
[[Kategorie:Politische Ideologie]] | [[Kategorie:Politische Ideologie]] | ||
[[Kategorie:Staatsform]] | [[Kategorie:Staatsform]] | ||
Version vom 19. September 2025, 21:13 Uhr
Kommunismus ist eine politische und gesellschaftliche Idee, die auf die Abschaffung von Klassenunterschieden, Privateigentum an Produktionsmitteln und Ausbeutung abzielt. Ziel ist eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen haben und wirtschaftliche wie politische Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen werden. Der Begriff leitet sich vom lateinischen „communis“ ab, was „gemeinsam“ bedeutet. In der modernen Form wurde die Theorie im 19. Jahrhundert von Karl Marx und Friedrich Engels entwickelt. Sie beschrieben Kommunismus als Endstadium einer historischen Entwicklung, in dem die Produktionsmittel gemeinschaftlich organisiert und die Klassenherrschaft überwunden sind. In dieser Vorstellung gibt es weder staatliche Unterdrückung noch ökonomische Ungleichheit, weil die Grundlagen der Konkurrenz aufgehoben sind.
Als gesellschaftliches Konzept hat der Kommunismus mehrere Phasen. In der marxistischen Theorie bildet der Sozialismus die Übergangsform. In dieser Phase übernimmt das Proletariat, also die arbeitende Bevölkerung, die politische Macht („Diktatur des Proletariats“), um die Produktionsverhältnisse umzuwandeln. Erst danach soll der eigentliche Kommunismus entstehen, in dem staatliche Strukturen allmählich absterben und eine klassenlose Gesellschaft entsteht. In der Praxis sind viele Staaten, die sich auf den Kommunismus berufen haben, beim Aufbau des Sozialismus stehen geblieben oder haben eigene Wege entwickelt.
Im 20. Jahrhundert wurde Kommunismus zur Grundlage zahlreicher Bewegungen und Staaten. Die Sowjetunion verstand sich als erstes Land auf dem Weg zum Kommunismus, gefolgt von China, Kuba und anderen. Doch die tatsächlichen politischen Systeme unterschieden sich deutlich von der ursprünglichen Theorie. Einparteiensysteme, Planwirtschaft und staatliche Kontrolle prägten das Bild, während demokratische Elemente meist zurückgedrängt wurden. Kritiker werfen diesen Systemen vor, den kommunistischen Idealzustand nie erreicht zu haben und stattdessen autoritäre Herrschaften zu etablieren. Befürworter betonen dagegen die sozialen Fortschritte und die Abschaffung von Analphabetismus oder extremer Armut in einigen dieser Länder.
Heute wird Kommunismus vor allem als ideengeschichtlicher Begriff verwendet. Er spielt in Debatten über soziale Gerechtigkeit, Eigentum und wirtschaftliche Organisation eine Rolle. Während klassische kommunistische Parteien in vielen Ländern an Einfluss verloren haben, existieren weiterhin Bewegungen, die an kommunistische Vorstellungen anknüpfen oder sie neu interpretieren. Damit bleibt Kommunismus ein zentraler Bezugspunkt in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen und ein historisch prägender Faktor des 20. Jahrhunderts.
Bewertung und historische Bilanz
Alle Staaten, die sich im 20. Jahrhundert als kommunistisch bezeichneten, scheiterten letztlich an ihren politischen und wirtschaftlichen Zielen. Zentral geplante Wirtschaftssysteme, politische Repression und fehlende Anpassungsfähigkeit führten zu wirtschaftlicher Stagnation, gesellschaftlicher Unzufriedenheit und schließlich zum Zusammenbruch oder zur grundlegenden Umgestaltung der Systeme. Die Sowjetunion, Osteuropa, Afghanistan und zahlreiche andere Länder gaben ihr kommunistisches System in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren auf. Eine bedeutsame Ausnahme bildet die Volksrepublik China: Sie behielt zwar das politische Einparteiensystem bei, öffnete jedoch ab den späten 1970er Jahren ihre Wirtschaft für marktwirtschaftliche Elemente und entwickelte sich zu einer der größten Volkswirtschaften der Welt. Diese Entwicklung zeigt, dass alle kommunistischen Staaten ohne tiefgreifende Reformen langfristig nicht überlebten und China nur durch die Abkehr von der reinen Planwirtschaft zu Stabilität und Wachstum fand.