Kuriositäten rund ums Tabakrauchen

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In Deutschland ist das Rauchen rückläufig. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Einer der Hauptgründe dafür ist die schwindende Akzeptanz in der Gesellschaft. Bessere Aufklärung um die gesundheitlichen Gefahren und groß angelegten Antiraucher-Kampagnen auf der einen Seite sowie der Jugendwahn und Körperkult auf der anderen Seite trugen wesentlich dazu bei, dass der rauchende Bevölkerungsanteil zunehmend schrumpft.

Dass das nicht immer so war und das Rauchen früher ein viel positiveres Bild vermittelte, kann man aus nachfolgenden Mythen und Kuriositäten um den blauen Dunst sehen.

Zigarettenwerbung früher: Rauchen ist gesund und macht sexy


Aus der heutigen Sicht bizarre Zigarettenwerbung aus der Vergangenheit.

Obwohl die ersten Verdachtsfälle um die gesundheitsschädliche Wirkung des Tabakrauchens bereits Mitte des 19. Jahrhunderts geäußert wurden, dauerte es fast ein Jahrhundert, bis diese Erkenntnis in der Bevölkerung angekommen war. Grund dafür war die Werbung, die seit der Erfindung der Farblithographie in den 1870er Jahren sich der positiven Wirkung des Tabakkonsums annahm. Besonders in den Nachkriegsjahren wurde die Werbung - oder in der Sprache der damaligen Zeit: Reklame - besonders aggressiv und irreführend. Rauchende Doktoren priesen Zigarettenrauchen suggestiv als gesund an, Zahnärzte auf Werbeplakaten empfahlen gar das Rauchen den Patienten. Kinder, die ihrem Papa lächelnd eine mit Bändchen verzierte Zigarettenstange zum Geburtstag schenken oder ein mahnendes Baby, das seiner Mutter vorwurfsvoll sagt: "Mami, bevor du mich ausschimpfst solltest du dir vielleicht lieber eine Marlboro anzünden."[1] 1974 schob dem der deutsche Bundestag einen Riegel vor. Nur mit dem Eingreifen der Politik ließen sich die Werbeaussagen in die Schranken weisen.

Um das Rauchen kursieren bis heute hartnäckige Mythen. Zwei davon beziehen sich auf ein höchst sensibles Thema - Rauchen in der Schwangerschaft.

Mythos 1: Man muss langsam mit dem Rauchen aufhören, um dem Embryo Entzugsstress zu ersparen.

Falsch! Sobald man von der Schwangerschaft weiß, muss mit dem Rauchen sofort aufgehört werden, um das Baby nicht mit toxischen Stoffen, die infolge des Verbrennungsprozesses entstehen, zu belasten. Es findet sich keine einzige Studie, die die Aussage um den Mythos stützt.

Mythos 2: Rauchende Mütter haben eine leichtere Geburt.

Fakt ist, dass Neugeborene einer in der Schwangerschaft rauchender Mutter statistisch kleiner als Babys von nichtrauchenden Müttern sind. Manche Raucherinnen behaupten deshalb, weiter rauchen zu müssen, damit die Geburt nicht so kompliziert verläuft. Frauen, die so etwas behaupten, handeln äußerst fahrlässig.

E-Zigarette: Fluch oder Segen?

E-Zigarette mit Liquids
TBEC Review - E-Cigarette/Electronic Cigarette/E-Cigs/E-Liquid/Vaping, CC BY 2.0, [1]
Noch nie war es leichter als heute, mit dem Tabakrauchen aufzuhören. Neben den länger bekannten Nikotinkaugummis und Nikotinpflastern gibt es seit einigen Jahren die elektronische Zigarette, meist E-Zigarette benannt. Noch gibt es keine eindeutigen Studien um die Schädlichkeit des Dampfens, wie der Gebrauch von E-Zigaretten genannt wird. Jedoch allein der Umstand, dass dabei keine Partikelrückstände in die Atemwege gelangen, die infolge von Verbrennung entstehen, spricht für sich. Noch ist die Schädlichkeit des Verdampfens des E-Liquids für E-Zigaretten nicht umfassend erforscht, aber wenn rauchen, dann ist die E-Zigarette eindeutig die bessere Alternative. Eine britische Studie sieht in der E-Zigarette einen erfolgreichen Helfer zur Raucherentwöhnung von konventionellen Zigaretten.[2] Besser als nikotinhaltige Pflaster, Kaugummis und Tabletten. An der Studie beteiligten Mediziner um den Professor John Britton schätzen, dass die Risiken der E-Zigarette um 95 Prozent geringer als bei herkömmlichen Zigaretten seien.

Quellenangaben

  1. Rauchen ist gesund: Unglaubliche retro Zigaretten-Werbung!, zwentner.com
  2. Nicotine without smoke", Royal College of Physicians, 28. April 2016