Ego-Perspektive

Aus Wiki.sah

Die Ego-Perspektive, auch als Ich-Perspektive oder First-Person-View bezeichnet, beschreibt in Computerspielen eine Darstellungsform, bei der der Spieler die Spielwelt aus der Sicht seiner Spielfigur wahrnimmt. Der Blickwinkel entspricht somit dem, was die Figur selbst sehen würde. Die Kamera ist auf Augenhöhe positioniert und zeigt meist nur die Hände oder die Waffe der Spielfigur im Vordergrund. Ziel dieser Perspektive ist es, ein direktes und intensives Spielerlebnis zu erzeugen, bei dem der Spieler das Gefühl erhält, selbst Teil der virtuellen Umgebung zu sein. Sie kommt vor allem in Ego-Shootern wie Doom, Half-Life oder Call of Duty zum Einsatz, findet aber auch in Rollenspielen, Horrorspielen und Simulationsspielen Anwendung. Der Schwerpunkt liegt auf Wahrnehmung, Reaktionsgeschwindigkeit und persönlicher Immersion, weniger auf äußerer Beobachtung oder taktischer Übersicht.

Die Ego-Perspektive beeinflusst maßgeblich das Spieldesign und die Wahrnehmung des Spielers. Durch die begrenzte Sicht entsteht eine höhere Spannung, da Bedrohungen oft erst spät erkannt werden. Gleichzeitig verstärkt sich das Gefühl der Präsenz, weil die Spielumgebung unmittelbar erlebt wird. Entwickler nutzen diese Perspektive gezielt, um Emotionen wie Angst, Enge oder Adrenalin zu erzeugen. Sie stellt jedoch auch technische und gestalterische Herausforderungen: Animationen, Kameraführung und Bewegungsphysik müssen glaubwürdig wirken, ohne das Spielerlebnis zu stören. Moderne Spiele kombinieren die Ego-Perspektive häufig mit anderen Mechaniken, etwa dynamischer Kopfwackelbewegung, realistischer Tiefenschärfe oder Interaktionen aus der Third-Person-Perspektive. Dadurch entsteht ein flexibles Spielerlebnis, das sowohl Immersion als auch Übersicht bietet. Die Ego-Perspektive gilt heute als eine der wichtigsten und prägendsten Darstellungsformen in der Geschichte der Videospiele.