Pfählung

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Die Pfählung war eine Hinrichtungsmethode, die seit dem Altertum nachweisbar ist. Die ältesten Berichte von Pfählungen stammen aus dem babylonischen Codex Hammurapi. Bildliche Darstellungen von gepfählten Menschen sind auf zahlreichen Reliefs im Assyrischen Reich zu finden. Dort war diese grausame Todesstrafe besonders beliebt und wurde öffentlich als Machtdemonstration ausgeführt. Feindliche Soldaten, Verräter, Ehebrecher und Aufständische fanden einen qualvollen, entwürdigenden Tod auf einem Pfahl.

Varianten

Massenhinrichtung durch Pfählung (assyrisches Relief)

Von der Pfählung gibt es mehrere Varianten.

Eine Variante bestand darin, dass man einen Verurteilten liegend an einem Pfahl festband, wobei die Pfahlspitze auf den Bauch zeigte. Wenn man abschließend den Pfahl ausrichtete, wurde das Opfer unter eigenem Körpergewicht aufgespießt.

Bei einer besonders perfiden Variante wurde die Pfahlspitze rektal (bei Frauen manchmal vaginal) eingeführt. Die Spitze war eingeölt und abgerundet, um das Opfer nicht gleich zu töten. Richtete man den Pfahl auf, drang der Holzschaft unter dem Gewicht des darauf sitzenden Menschen tiefer in den Körper ein, ohne die lebenswichtigen Organe gleich stark zu verletzen. Den Berichten zufolge quälten sich die gepfählten Menschen mehrere Stunden, in einigen Fällen sogar Tage am Pfahl. Manchmal wurde mittels eines Querbalkens ein zu tiefes Eindringen in den Körper verhindert, um die Qualen des Sterbenden zu maximieren.

Berichte von Pfählungen gibt es praktisch in allen Kulturen, obwohl die Hinrichtungsart meist im alten Ägypten und in Vorderasien praktiziert wurde. Im alten Rom war Pfählung auch bekannt, die Kreuzigung wurde jedoch eher bevorzugt. In Europa wurden Pfählungen auch vereinzelt praktiziert. Meist von grausamen Despoten, zeitlich und lokal begrenzt. So soll der Woiwode der Walachei Vlad III. Drăculea Menschen reihenweise gepfählt haben. Auch der russische Zar Iwan der Schreckliche griff gern zu dieser grausamen Hinrichtung.