Stress

Aus Wiki.sah
Zur Navigation springenZur Suche springen
 

Stress ist eine Reaktion des Organismus auf äußere Reize. Es wird zwischen zwei Arten von Stress unterschieden: einem positiven Stress (Eustress) und einem negativen Stress (Distress). Im Alltagsleben wird weitgehend der negative Aspekt von Stress verstanden. Der von außen herbeigeführte, durch uns nicht kontrollierbare Stress, bewirkt Ausschüttung von Stresshormonen.

Wenn Distress zum Dauerzustand wird, kann er unseren Körper schädigen. Folgen von Stress sind:

  • Appetitlosigkeit
  • Heißhunger
  • Erschöpfungszustände
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Erhöhter Puls, Bluthochdruck und daraus folgende koronare Erkrankungen
  • Burnout
  • Depression
  • Angeschlagenes Immunsystem und Anfälligkeit für Erkrankungen.

Alle höheren Lebewesen reagieren in bestimmten Gefahrensituationen mit Stress. Wenn beispielsweise der Lebensraum verletzt wurde, wenn ein anderes Tier einem die Rangordnung strittig macht oder wenn es von einem Raubtier gejagt wird, muss der Körper aus dem Selbstschutz heraus an seine Leistungsgrenzen gebracht werden.

Bei einer Stressreaktion werden folgende Hormone ausgeschüttet:

Adrenalin, Noradrenalin und Prolaktin. Der Dopaminspiegel nimmt ab. Ein gestresster Organismus verläuft drei Stadien beim Erleben von Stress:

  1. Erschrecken
  2. Blitzschnelle Analyse, ob gekämpft oder die Flucht ergriffen werden soll.
  3. Erschöpfung bzw. Fügung

Der Körper reagiert bei Stress mit folgenden Körpersymptomen:

  • Der Blutzuckerwert und der Puls steigen an.
  • Die Schmerzempfindlichkeit nimmt ab. Gleichzeitig wird die Immunität gesteigert, damit die in Kampf zugetragenen Verletzungen besser verheilen.
  • Das Gehirn arbeitet leistungs­fähiger, das Erinnerungsvermögen steigert sich.
  • Bildung der Gänsehaut bewirkt das Aufrichten der Körperbehaarung (Piloerektion). In der Tierwelt lässt das aufgerichtete Fell einen größer und somit bedrohlicher erscheinen.
  • Die Pupillen weiten sich
  • Für einen kurzen Zeitraum stellt die Verdauung komplett ihre Funktion ein, um Energiereserven für den Kampf oder die Flucht bereitzuhalten. Da der Speichelfluss ein Teil des Verdauungssystems ist, trocknet der Mund aus.
  • Menschen bekommen zusätzlich feuchte Handflächen. Diese Physiologie macht man sich zunutze, um den elektrischen Widerstand der Haut und somit des Stresslevels zu messen. Diese Technik kommt beim Lügendetektor zum Einsatz.

Alle Organismen brauchen ein gewisses Level an Stress (Eustress). Fehlt er, verfällt ein Tier oder ein Mensch in Lange­weile bis hin zur Apathie. Der Eustress stellt sich ein, wenn man einer anspruchsvollen Tätigkeit nachgeht, am deren Ende uns eine positive Belohnung erwartet. Das kann der Beruf sein, der Spaß macht, der Abschluss eines Projekts oder ein erfüllendes Hobby.

Das Gegenteil bewirkt der Distress. Obwohl die beiden Stressarten im Körper ähnliche biophysische Vorgänge auslösen, wird der Distress als sehr unan­genehm empfunden. Am schlimmsten lässt sich der Stress ertragen, wenn er unerwartet auftritt und die Kontrolle über die Situation sich uns entzieht.

Stress stellt eine große Belastung für den Organismus dar. Chronischer Stress macht auf Dauer krank. Folgende Krankheiten können sich entwickeln, wenn man Dauerstress ausgesetzt ist:

Da sich Stress durch eine von uns nicht kontrollierbare Situation einstellt, entsteht unter dieser Wirkung oftmals eine Depression. Bei Tieren wird dieser Zustand als "Erlernte Hilflosigkeit" bezeichnet.

Unsere Reaktion auf Stress ist größtenteils genetisch verankert. Man unterscheidet zwischen zwei Stresstypen bei Menschen. Stresstyp A reagiert in entsprechender Situation aufbrausend und aggressiv, Stresstyp B hingegen passiv. Zum ersten Mal kamen darauf 1958 die US-amerikanischen Kardiologen. Ihnen fiel auf, dass Menschen des Stresstyps A eine zehnmal höhere Wahrscheinlichkeit (!) für einen Herzinfarkt haben. Doch der Stresstyp B lebt auch nicht unbedingt gesünder. Das in-sich-Fressen des Ärgers fördert Magen-Darm-Erkrankungen. Der Stresstyp B steht auch im Verdacht, häufiger onkologische Erkrankungen zu entwickeln.