Herz-Kreislauf-System: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 9. August 2025, 12:06 Uhr

Das Herz-Kreislauf-System, auch kardiovaskuläres System genannt, ist ein lebenswichtiges Organsystem des menschlichen Körpers. Es besteht im Wesentlichen aus dem Herz als zentralem Motor sowie einem weit verzweigten Netzwerk aus Blutgefäßen. Zu den Gefäßen gehören Arterien, Venen und Kapillaren. Die Hauptaufgabe des Herz-Kreislaufsystems besteht darin, das Blut durch den Körper zu transportieren. Dabei werden Sauerstoff und Nährstoffe zu den Zellen gebracht und Abfallstoffe wie Kohlendioxid abtransportiert.

Das Herz ist ein muskulöses Hohlorgan mit vier Kammern: zwei Vorhöfen und zwei Herzkammern. Es arbeitet wie eine Pumpe und erzeugt durch rhythmische Kontraktionen den Blutfluss. Zwischen Herz und Lunge besteht der sogenannte Lungenkreislauf (kleiner Kreislauf), in dem das sauerstoffarme Blut mit Sauerstoff angereichert wird. Im Körperkreislauf (großer Kreislauf) wird das sauerstoffreiche Blut über die Aorta in alle Körperregionen geleitet und kehrt über die Hohlvenen zum Herzen zurück.

Die Blutgefäße sind funktional differenziert. Arterien transportieren das Blut vom Herzen weg, Venen führen es zurück. Kapillaren als feinste Verästelung des Gefäßsystems ermöglichen den Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe. Der Druck, mit dem das Blut durch die Gefäße gepumpt wird, wird als Blutdruck bezeichnet. Dieser ist ein bedeutender Indikator für die Funktionsfähigkeit des Systems.

Das Herz-Kreislaufsystem ist eng mit anderen Systemen des Körpers verbunden, insbesondere mit dem Atmungs- und dem Nervensystem. Es reagiert auf äußere Reize, körperliche Belastung sowie hormonelle Signale und sorgt für die Anpassung der Durchblutung an den jeweiligen Bedarf. Die Regulation erfolgt unter anderem über das autonome Nervensystem und bestimmte Botenstoffe wie Adrenalin. Störungen im Herz-Kreislaufsystem können sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern und erfordern häufig eine medizinische Abklärung.

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems

Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Besonders verbreitet sind koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck (Hypertonie), Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen sowie Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose gehören zu den relevanten Krankheitsbildern.

Die koronare Herzkrankheit entsteht durch Verengung oder Verstopfung der Herzkranzgefäße, meist infolge von Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßwänden. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels eingeschränkt. Ein vollständiger Verschluss eines Gefäßes kann zum Herzinfarkt führen. Bluthochdruck wiederum belastet langfristig Herz und Gefäße, erhöht das Risiko für Schlaganfälle und fördert degenerative Prozesse in den Organen.

Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind unter anderem Rauchen, Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung, Übergewicht, Diabetes mellitus sowie genetische Disposition. Auch psychosoziale Belastungen wie chronischer Stress stehen im Verdacht, das Risiko zu erhöhen.

Zur Vorbeugung spielen Lebensstilfaktoren eine zentrale Rolle. Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Nikotin und ein moderater Umgang mit Alkohol gelten als grundlegende Maßnahmen. Medizinisch können Medikamente zur Blutdrucksenkung, Blutverdünnung oder Cholesterinsenkung eingesetzt werden. In schweren Fällen kommen chirurgische Eingriffe wie Bypass-Operationen oder das Einsetzen von Stents zum Einsatz.

Die frühzeitige Diagnose und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist entscheidend für die Prognose. Moderne Diagnoseverfahren wie EKG, Echokardiographie, Belastungstests oder Angiographien ermöglichen eine präzise Beurteilung der Herzfunktion und der Gefäßsituation. Eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen, insbesondere der Kardiologie und Inneren Medizin, ist bei komplexen Krankheitsbildern erforderlich.