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Die Argumente der Kreationisten

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"Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen." Georg Christoph Lichtenberg 

Die Kreationisten ziehen mit unterschiedlichen Argumentationen gegen die Naturwissenschaftler ins Feld. Dabei variieren die Aussagen unterschiedlich stark in ihrem Niveau. Die meisten von ihnen sind kindlich-naiv, einige jedoch erfordern den Durchblick des Experten. Hier ist eine kleine Auswahl der Einwände der Kreationisten gegen die Evolutionstheorie:

Behauptungen der Kreationisten Stellungnahme
Die Wissenschaftler graben jedoch nur tote Dinosaurier aus (d.h. ihre Knochen), die keine Aufschrift ihres Alters tragen. [1] Es gibt durchaus genaue Verfahren zur Altersbestimmung (Dendrochronologie, Warvenanalyse und zahlreiche radiometrische Altersbestimmungen), die sich gegenseitig ergänzen und aufschlussreiche Ergebnisse liefern. Die Methoden besitzen unterschiedliche Zeitskalen, die je nach Alter und Beschaffung der zu messenden Probe dementsprechend unterschiedlich relevant sind. Innerhalb der jeweiligen Zeitskala sind gewisse Messtoleranzen zu beachten, die sich aber durch alternative Messmethoden aufheben. Man kann mit aller Bestimmtheit sagen, dass die Messergebnisse des Erdzeitalters so ziemlich denen entsprechen, wie ihn Geologen und Paläontologen in langen Untersuchungen ermittelt haben. Auch wenn das genaue Alter der Erde nie mit hundertprozentiger Exaktheit bestimmt werden kann, so klafft doch zwischen den biblischen 6 Tausend und den naturwissenschaftlichen 4,6 Milliarden Jahren eine so gewaltige Dimension, dass die Entstehungsgeschichte nach der Genesis bei auch noch so skeptischen Zurückhaltung gegenüber der Messmethoden der Wissenschaft krachend durchfällt.
Kein Wissenschaftler sah jemals Dinosaurier in dieser angeblichen Dinosaurier-Ära leben. In der Tat, es gibt überhaupt keinen Beweis dafür, dass die Erde mit ihren verschiedenen Schichten Millionen von Jahren alt ist. [1] Genauso wenig wie kein Mensch die Erschaffung der Erde durch Gott oder auch diesen persönlich gesehen hat. Es gibt auch keinen Beweis, dass die Erde nur 6.000 Jahre alt ist.
Andere Wissenschaftler, Anhänger der Schöpfungslehre, haben eine andere Ansicht hinsichtlich des Zeitpunktes, wann Dinosaurier gelebt haben. Sie glauben, alle angeblichen Geheimnisse über die Dinosaurier lösen und aufzeigen zu können. Die Beweise passen wunderbar mit ihrer Vorstellung über die Vergangenheit zusammen - Überzeugungen, die von der Bibel herrühren. [1] Was sind das für Personen? Wo sind die Namen, Beweise, Beispiele?
Übrigens, die Sintflut in Noahs Tagen fand wahrscheinlich vor etwas mehr als 4.500 Jahren statt. Anhänger der Schöpfungslehre glauben, dass dieses Ereignis viele der Fossilschichten überall auf der Erde bildeten. (Zusätzliche Fossilienschichten wurden durch andere Fluten gebildet, als sich die Erde nach der Sintflut festigte). Folglich bildeten sich die Dinosaurierfossilien wahrscheinlich vor ungefähr 4.500 Jahren und nicht vor Millionen von Jahren. [1] Zur Zeit der Sintflut vor 4.500 Jahren war im alten Ägypten bereits etwa die 17. Dynastie am Regieren. Wurden die Ägypter von den Wassermassen verschont? Auch die Shangdynastie in China schien ebenfalls heil davongekommen zu sein.
Das "missing link" (fehlendes Zwischenglied), das die Entwicklung vom Affen zum Menschen beweisen sollte, wurde trotz eifrigen Forschens in den vergangenen 150 Jahren nicht gefunden. Als Beweis führte Darwin den Neandertaler und Homo erectus an, der sich aber später, wie man feststellte, als ein durch Arthritis und Rachitis verformter Homo sapiens herausstellte. Was für ein blamabler Irrtum! [2] Was für eine plumpe Lüge! Und wieder einmal stellen Kreationisten ihre Neigung unter Beweis, die Tatsachen zu verdrehen. Dabei werden sie nicht müde, einen gewissen Franz Josef Mayer (1787-1865) zu zitieren, der in den 1856 gefundenen Neandertaler-Knochen einen krummbeinigen mongolischen Kosaken der russischen Kavallerie sah, der während des Napoleon-Kriegs ums Leben kam. Andere Wissenschaftler sahen in den Knochen einen Höhlenmenschen, der an Rachitis gelitten haben soll. Die Augenwülste hätte das arme Ding seinen Schmerzen zu verdanken, die ihn dazu trieben, seine Stirn in Falten zu legen. Man darf nicht vergessen, dass man mit diesen Erklärungen eine Spezies zu deuten versuchte, die bis dahin unbekannt war.

Jede Fehlinterpretation der Wissenschaft, auch wenn sie längst verworfen wurde, ist ein willkommener Anlass für Kreationisten, die Forschung als unseriös, irrig und autoritär abzustempeln. So führen sie immer wieder den Lamarckismus als Beweis vor, an dem die Evolutionsbiologen angeblich bis heute wie an einem Dogma festhalten würden. Oder sie erwähnen in diesem Zusammenhang das berühmte "missing link", ohne dessen Bedeutung dem Leser vor die Augen zu führen.

Ein anderer häufiger Trick, eine Aussage anzugreifen, besteht darin, die Aussage ihrer logischen Verknüpfungen zu entledigen, so dass sie an Glaubwürdigkeit verliert: z.B.:

  • Die Verschiedenartigkeit habe sich aus der Urzelle heraus durch zufällige Mutation entwickelt. Der durch diesen Entwicklungsprozess entstandene Mensch soll somit das Ergebnis von Zufall, Mutation und Auslese sein? [2]
  • "... Sie [das amerikanische Volk] können auch nicht glauben, dass ihre Vorfahren Fische waren. Das ist ja auch eine verrückte Idee. Sie weigern sich einfach, das zu glauben." John D. Morris, Leiter des ICR [3]

Die Kreationisten fühlen sich in ihren Äußerungen bestärkt, wenn sie berühmte Persönlichkeiten auf ihrer Seite wissen. So wie Albert Einstein, der immer wieder gern als Befürworter der Religion zitiert wird: "Das erstaunliche an der Schöpfung ist, dass die Schöpfung verständlich ist." oder "Die Naturwissenschaft ohne Religion ist lahm, die Religion ohne Naturwissenschaft ist blind." In Wirklichkeit war Einstein Kosmotheist und Agnostiker. So äußerte er sich zu seiner Weltanschauung: "Das Wissen um die Existenz des für uns Undurchdringlichen, der Manifestationen tiefster Vernunft und leuchtendster Schönheit, die unserer Vernunft nur in ihren primitivsten Formen zugänglich sind, dies Wissen und Fühlen macht wahre Religiosität aus; in diesem Sinn und nur in diesem gehöre ich zu den tief religiösen Menschen. Einen Gott, der die Objekte seines Schaffens belohnt und bestraft, der überhaupt einen Willen hat nach Art desjenigen, den wir an uns selbst erleben, kann ich mir nicht einbilden." [4]

Kreationismus ist eine ideologische, in sich geschlossene Lehre, die keine kritische Betrachtung ihrer Kernthese duldet und alles erklärende Modelle bietet, was sowohl für Pseudowissenschaften als auch für fundamentalistische Grundsätze typisch ist. Der Gedanke, dass jedes einzelne Atom, woraus die Materie der Erde einschließlich des Menschen besteht, im Inneren eines mächtigen Sterns geboren wurde, der vor mehreren Milliarden Jahren mit einer heftigen Explosion sein Dasein beendete, ist für mich viel ehrfürchtiger als die Vorstellung, Produkte eines "göttlichen Plans" gewesen zu sein. Die Geburt der ersten Urzelle, deren Bauplan wir in unseren Genen tragen, die mannigfaltige Lebensvielfalt, die in den Äonen der Erdgeschichte entstand und wieder ging, um Platz für neue Geschöpfe zu machen, das Erwachen des Bewusstseins in Köpfen aufrecht gehender „Affen“ und dessen Manifestation in den grandiosesten Errungenschaften der Menschheit von der Erfindung der Schrift bis zum Flug zum Mond, hat für mich mehr Tiefensinn und Wertschätzung des Lebens, die mir nicht eine Religion der Welt auch nur in Ansätzen zu vermitteln vermag. Das sind die wahren Mysterien der Schöpfung, die es zu begreifen, zu erforschen und zu verehren gilt.

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siehe auch: Wissenschaftlicher Analphabetismus - Ergebnisse der Bundesstiftung zur Förderung der Wissenschaften


[1] Answers In Genesis
[2] Die Affentheorie, Blitzlicht 492
[3] Die gläubige Nation - WDR Kulturweltspiegel
[4] "Mein Weltbild" Albert Einstein, herausgegeben von Carl Selig


Kommentare: 7 Forum

 

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