Liste russischer Märchen

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Liste von einigen russischen bzw. slawischen Volksmärchen.

Der Tonjunge

Глиняный парень
Ein Töpfer und seine Frau machen einen Jungen aus Ton, weil sie keine eigenen Kinder haben. Der Junge fängt an alles aufzuessen, einschließlich seiner Eltern und anderer Dorfbewohner. Erst eine Ziege, die ihm versprach, selbst in seinen Mund hineinzuspringen, zerbricht mit den Hufen seinen Leib und befreit alle Menschen.

Der Fuchs und der Wolf

Лиса и Волк
Märchen vom schlauen Fuchs und dem dummen Wolf in drei Teilen. Der Fuchs bringt den Wolf in Situationen, in dem der Fuchs auf Wolfs Kosten seinen Vorteil schöpft. Der erste schriftliche Nachweis stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts[1]

Das Kälbchen - das eingeteert Fäßchen

Бычок ‒ смоляной бочок
Wurde erstmals 1860 vom russisch-ukrainischen Literaten Grigori Petrowitsch Danilewski veröffentlicht.

Kolobok

Vom dicken fetten Pfannekuchen (Колобок)
Ein älteres Ehepaar backt einen kugelförmigen Pfannkuchen, der lebendig wird. Er rollt von seinen Eltern davon sowie von vielen Tieren, denen er auf seiner Reise begegnet. Am Ende trifft er einen Fuchs, der sich schlauer erweist und den Kolobok verspeist.

Analogie zum russischen Märchen Kolobok ist das aus den USA bekannte Märchen The Gingerbread Man.

Repka

"Das Rübchen" (Репка)
Ein alter Mann pflanzt eine Rübe an, die riesige Ausmaße annimmt. Er versucht sie zu ziehen und schafft es nicht. Er ruft seine Frau zur Hilfe, anschließend die Enkeltochter. Als es ihnen immer noch nicht gelingt, holen sie den Hund dazu, danach die Katze. Erst als ihnen das kleine Mäuschen zur Hilfe kommt, schaffen sie mit vereinten Kräften, die Rübe aus dem Boden zu ziehen.

Repka wurde 1863 vom russischen Märchenforscher Alexander Nikolajewitsch Afanassjew in seinem Werk "Russische Volksmärchen" veröffentlicht.

Wilde Schwäne

wörtlich Gänse-Schwäne (Гуси-лебеди)
Die Eltern lassen ihre ältere Tochter auf den kleinen Sohn aufpassen. Das Mädchen vergisst sich beim Spielen und merkt nicht, wie ihr Bruder in den Hof hinausgeht. Draußen wird er von wilden Gänsen und Schwänen aufgegriffen und fort getragen. Das Mädchen begibt sich auf die Suche nach ihrem Bruder und findet ihn in der Isba der Waldhexe Baba Jaga.

Deutsche Adaption: Hänsel und Gretel.

Der Tsarewitsch Iwan und der graue Wolf

Иван-царевич и серый волк
Ein alter Zar hat drei Söhne: Dimitri, Wassili und Iwan. Im königlichen Garten wächst ein Apfelbaum, der goldene Äpfel trägt. Eines Tages bemerkt der Zar, dass Äpfel vom Baum verschwinden. Er befielt seinen Söhnen herauszufinden, wer seine Äpfel stielt. Die beiden älteren Söhne schlafen ein, der jüngste Sohn Iwan bleibt wach und sieht, wie nachts ein Feuervogel (russ. Жар-птица) die Äpfel stielt. Beim Versuch, den Vogel zu fangen, gelingt es Iwan, nur eine Feder zu behalten. Die Feder leuchtet wie Feuer im Dunkeln.

Der Zar betraut seine Söhne mit der Aufgabe, ihm den Feuervogel zu besorgen. Mit Hilfe eines Wolfes gelingt es dem jüngsten Sohn, den Zaubervogel zu besorgen. Auf seiner Reise trifft er die Zarevna Elena Prekrassnaja, die er auch mit nach Hause nimmt. Die hinterhältigen Brüder nehmen ihm die Beute weg und töten ihn. Doch der Wolf erweckt ihn wieder zum Leben. Iwan kehrt heim und heiratet Elena.

Der Brei aus der Axt

Каша из топора
Ein hungriger Soldat klopft auf seinem Weg an der Haustür und bittet eine alte Frau um Bleibe. Sie lässt ihn zwar rein, sagt aber, sie habe nichts zu essen. Der Soldat sieht eine Axt unter einer Bank und macht der Frau den Vorschlag, er könnte aus einer Axt einen Brei kochen. Die Frau ist neugierig und willigt ein. Er schmeißt die Axt in kochendes Wasser und schafft es mit List, von der Frau eine Zutat nach dem anderen zu entlocken, immer mit den Worten, dass der Brei fast fertig sei, wenn sie nicht etwas Gries, etwas Butter und etwas Salz hätte.

Die englische Adaption des Märchens heißt Stone Soup.

Kurotschka Rjaba

"Die Henne Rjaba" (Курочка Ряба)
Das Märchen gehört zu sogenannten kumulativen Märchen, d. h., sie bauen auf einer Geschichte immer weiter auf. Die Henne Rjaba legt ein Ei, ein unachtsames Mäuschen zerschlägt das Ei. Kumulativ wird anschließend beschrieben, wie einzelne Charaktere um das Ei trauern. Wegen seiner Einfachheit gehört "Die Henne Rjaba in Russland zu den ersten Märchen, die kleinen Kindern vorgelesen werden.

Morosko

"Vater Frost" (Морозко)
Böse Stiefmutter befielt ihrem Mann, seine Tochter Marfuscha in den Wald zu führen und sie mit dem Frost (Moros) zu verheiraten. Der Mann will seine Tochter dem Frost nicht zur Frau geben und lässt sie allein im Wald. Nachts kommt der Frost (Морозко) und fragt Marfuscha, ob es ihr warm ist. Daraufhin gibt er ihr einen Pelzmantel und andere kostbare Wäsche.

Am nächsten Tag kehrt ihr Vater in den Wald zurück und findet seine Tochter quicklebendig vor in einen neuen Pelzmantel gekleidet. Als die neidische Stiefmutter die reichen Gaben sieht, schickt sie ihre Töchter in den Wald. Diese erfrieren aber.

Die europäische Adaption des Märchens ist Aschenputtel.

Nikita Koschemjaka

"Nikita der Gerber" (Никита Кожемяка)
Ein seit dem Mittelalter nachweisbares Märchen, wie der mit übermenschlichen Kräften ausgestattete Gerber namens Nikita einen Drachen besiegt. Die Zeugnisse seines Sieges sollen in den Schlangenwällen in der Nähe von Kiew sichtbar sein.

Siegfried der Drachentöter aus der Nibelungensage ist die germanische Adaption des slawischen Märchens.

Auf des Hechtes Geheiß

По щучьему веленью
Jemelja ist faul und nicht besonders schlau. Selbst die einfachste Arbeit kann und will er nicht verrichten. Beim Wasserholen gelingt es ihm eines Tages, einen Hecht mit bloßen Händen aus einem Eisloch zu ziehen. Es ist ein Zauberfisch. Er bittet Jemelja, ihn freizulassen. Dafür würde er ihm all seine Wünsche erfüllen. Er braucht dabei nur "auf des Hechtes Geheiß" zu rufen und schon würde sein Wunsch erfüllt werden. Der faule Jemelja spricht den Zauberspruch aus und schon laufen die vollgefüllten Eimer selbst nach Hause. Er lässt anschließend die Axt alleine Holz haken und fährt mit dem Ofen zum Zarenpalast, um die Zarentochter zur Frau zu nehmen. Der Zar setzt die beiden in ein Fass und wirft sie ins Wasser. Mit Hilfe des Hechtes landen sie auf einer Insel. Sie heiraten und bauen einen Palast.

Geschwister Aljonuschka und Iwanuschka

Сестрица Алёнушка и братец Иванушка
Ein waises Geschwisterpaar ist im Wald unterwegs. Der kleine Bruder wird durstig und möchte aus einer Pfütze trinken, durch die vorher Tiere watschelten. Die Schwester kann ihn ein paarmal davon abbringen mit der Warnung, er wurde sich in ein Tier verwandeln. Der durstige Junge hört nicht auf sie und trinkt dennoch aus einer Pfütze. Zum Schrecken seiner Schwester verwandelt er sich in ein Zicklein.

Auf ihrer Reise begegnen sie einem Zaren. Er verliebt sich in Aljonuschka und heiratet sie. Das Zicklein zieht mit ihnen in den Palast. Als eines Tages Aljonuschka allein unterwegs ist, ertränkt sie eine Hexe in einem See, indem sie ihr einen Stein um den Hals bindet. Die Hexe zieht die Kleider der Aljonuschka an und sagt dem Zaren, er soll das Zicklein schlachten. Iwanuschka das Zicklein bittet den König ein letztes Mal zu trinken. Am See, an dessen Grund seine Schwester liegt, bittet er sie um Hilfe. Die Schwester antwortet ihm, dass der Stein zu schwer sei. Er würde sie runterziehen. Der Zar kriegt es mit, dass das Zicklein mit jemandem am Seeufer spricht. Er holt Aljonuschka an die Oberfläche, und sie wird wieder lebendig. Die Hexe wird zur Strafe an den Pferdeschwanz gebunden, woraufhin das Pferd losreitet. Mit dem Tod der Hexe verliert der Bann seine Wirkung, und Iwanuschka wird wieder ein Junge.

Die deutsche Adaption des Märchens heißt Brüderchen und Schwesterchen.

Snegurotschka

Schneeflöckchen (Снегурочка)
Ein altes, kinderloses Ehepaar wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind. Sie bauen im Winter ein Mädchen aus Schnee, das lebendig wird. Wie eigene Tochter nehmen die Alten das Mädchen bei sich auf und nennen es Snegurotschka. Als der Frühling anbricht, feiern Kinder das Winterende-Fest. Traditionell springen sie nacheinander über ein Lagerfeuer. Snegurotschka beobachtet die Kinder nur, traut sich selbst aber nicht. Kinder sehen ihr Zögern und reden ihr zu, sie solle übers Feuer springen. Schließlich nimmt Snegurotschka einen Anlauf, springt über das Feuer und löst sich auf, als die Flammen sie berühren.

Siwka-Burka

Сивка-бурка
Ein Alter Mann hatte drei Söhne. Kurz vor seinem Tod bat er sie, an drei aufeinander folgenden Tagen sein Grab zu besuchen. Während die beiden Älteren zu faul waren, tat der jüngste Sohn Iwan, worum ihn sein Vater bat. Darauf erschien ihm sein toter Vater und verriet ihm ein Geheimnis. Wenn er raus in die Steppe geht, laut pfeift und "Siwka-Burka, erscheine vor mir!" ruft, würde im gleichen Augenblick ein feuerroter Hengst erschienen und ihn hintragen, wohin er nur will. Wenn man in das linke Ohr des Hengstes steigt, kommt man aus dem rechten Ohr als ein schöner, kraftvoller Mann heraus. Wenn man ins Rechte steigt und aus dem Linken herauskommt, so ist man wieder zurück verwandelt.

Einige Zeit später veranstaltet der Zar in der Stadt ein Fest. Alle jungen Männer des Landes sollten hinkommen. Wenn es einem gelingen sollte, ein an einem Turm befestigtes Bild der Zarewna herunterzuholen, würde er demjenigen seine Tochter zur Frau geben. Mit Hilfe von Siwka-Burka kann Iwan die Aufgabe meisten und bekommt anschließend die schöne Zarewna.

Teremok

Теремок
Eine Fliege findet ein Teremok (vom russ. Terem Терем "Dachgeschoss", "Dachwohnung"). Die Art und Form des Teremoks variiert je nach Region. Mal ist es ein Schädel eines Pferdes, mal ein Handschuh, ein Topf oder ein Pilz. Sie macht es sich in ihrer neuen Behausung gemütlich. Bald gesellt sich dazu eine Mücke, eine Maus, ein Frosch, ein Hase, ein Fuchs und ein Wolf. Als sich ein Bär zu ihnen gesellen wollte, bricht das Teremok unter seinem Gewicht zusammen.

Ein einfaches, kumulatives Märchen, das kleinen Kindern erzählt wird.

Der Junge und die Hexe

Мальчик и ведьма
Ein altes Ehepaar hat keine Kinder. Einmal bringt der Mann nach Hause ein Stück Holz, damit "das Weib eine Beschäftigung hat". Aus dem Holzscheit wird ein Junge geboren. Sie nennen ihn Terjoschetschka (Терёшечка).

Eines Tages, während der Junge allein beim Angeln ist, lockt ihn eine Hexe zu sich ins Haus, indem sie die Stimme seiner Mutter imitiert. Ihre Töchter Aljonka soll ihn braten. Aljonka sagt ihm, er solle sich auf die Ofenschaufel setzen. Terjoschetschka sagt aber, er sei noch klein und dumm und wisse nicht, wie das geht. Als die Hexentochter ihm es vorführt, schiebt er sie in den Ofen.

Die Hexe kommt heim und frisst ihre Tochter auf, in dem Glauben, dass das der kleine Junge ist. Nach dem Essen wälzt sie sich genüsslich in den Knochen. Als sie Terjoschetschka sieht, begreift sie, was passiert ist. Sie jagt ihm hinterher. Der Junge klettert auf einen Baum hoch. Bevor die Hexe ihn holen kann, wird Terjoschetschka von vorbeifliegen Gänsen gerettet.

Europäische Adaption: Der Junge und die Hexe enthält Elemente aus Pinocchio und Hänsel und Gretel.

Die Froschprinzessin

Царевна-лягушка
Ein Zar hatte drei Söhne. Als sie erwachsen wurden, sagte er ihnen, sie sollen sich eine Frau suchen. Zu diesem Zweck sollen sie weit hinausgehen und einen Pfeil abschießen. In wessen Hof der Pfeil landet, dessen Tochter sollen sie zur Frau nehmen. Während die beiden älteren Söhne einen guten Treffer landen, schießt der jüngste Sohn Iwan seinen Pfeil in einen Sumpf. Als er den Pfeil findet, hält ihn ein Frosch in seinen Händen. So muss er den Frosch heiraten.

Der alte Zar will seine Schwiegertöchter testen und betraut sie mit verschiedenen Aufgaben. Während die Bojaren- und Kaufmannstochter der älteren Brüder an den Aufgaben scheitern, meistert sie die Froschfrau mit Hilfe von Zauber meisterhaft. Als sich alle am darauf folgenden Fest versammeln, kommt Iwans Frau in Gestalt einer wunderschönen Frau. Der Zarewitsch findet die abgelegte Froschhaut und verbrennt sie. Ohne es zu ahnen, ruft er damit einen Fluch herbei. Seine Frau verschwindet. Er begibt sich auf eine gefährliche Reise und findet seine Gemahlin beim Koschtschej dem Unsterblichen. Iwan-Zarewitsch tötet den Koschtschej, indem er eine in einem Ei verborgene Nadel bricht und befreit seine Frau vom bösen Fluch.

Das Märchen von der toten Zarevna und den sieben Rittern

Сказка о мёртвой царевне и о семи богатырях
Während der Abwesenheit des Zaren bringt die Zariza eine Tochter zur Welt. Als ihr Mann heimkehrt, stirbt sie im Wochenbett. Der Zar zieht seine Tochter allein groß. Einige Zeit nach dem Tod seiner Frau heiratet er erneut. Die neue Frau ist kaltherzig und neidisch. Des Zaren Tochter ist ihr von Anfang an ein Dorn im Auge.

Die Zarin besitzt einen Zauberspiegel, den sie jeden Tag befragt, ob sie die Schönste auf der Welt sei. Der Spiegel antwortet ihr, dass sie die Schönste ist. Während ihre Stieftochter heranwächst, wird sie immer schöner. Eines Tages antwortet der Spiegel, dass sie zwar schön sei, aber die Tochter des Zaren noch schöner ist. Von Neid und Wut gepackt, befielt die Zarin ihrer Dienerin Tschernawka, die Zarentochter in den Wald zu führen, sie an einen Baum zu binden und den Wölfen zum Fraß zu überlassen.

Im Wald erkennt die Tochter des Zaren die böse Absicht und fleht die Dienerin an, sie nicht anzubinden, sondern einfach gehen zu lassen. Die Dienerin hatte Mitleid mit der jungen Frau und ließ sie gehen.

Der Zar ist voller Kummer. Der Verlobte seiner Tochter Jelisej zieht los, um seine Liebe zu finden. Währenddessen entdeckt die Zarentochter im Wald ein großes Haus. Sie geht rein und macht dort sauber. Abends kommen sieben Brüder, sieben starke Ritter. Sie nehmen die Zarentochter bei sich auf. Auf die Frage, ob sie sich für einen von ihnen entscheiden kann, sagt aus, dass sie verlobt ist.

Währenddessen befragt die Zarin wieder ihren Spiegel. Er antwortet wider Erwarten, dass die Zarentochter lebt und dass sie natürlich tausendmal schöner ist. Die Zarin ist außer sich. Sie verkleidet auch als alte Nonne und geht zum Haus der sieben Ritter. Sie wird feindselig vom Hund empfangen. Die Tochter des Zaren führt den Hund weg. Als Dank gibt die Nonne ihr einen Apfel.

Als die Zarentochter einen Bissen vom Apfel macht, fällt sie tot um. Abends kommen die sieben Ritter und finden das Mädchen regungslos auf dem Boden liegen. Sie sind in tiefer Trauer und möchten sie bestatten. Aber weil das Mädchen so schön ist und aussieht, als würde sie schlafen, legen sie die in einen Glassarg aus Bergkristall und befestigen ihn an Metallketten in einer Höhle.

Als die Zarin vom Spiegel hört, dass sie jetzt die Schönste ist, ist sie sehr zufrieden. In der Zwischenzeit sucht Jelisej die Zarentochter überall auf der Welt. Er fragt überall nach, bekommt aber keine Antwort. Schließlich gibt ihm der Wind einen Tipp, dass seine Verlobte in einer Berghöhle in einem Kristallsarg ruht. Er reitet hin und findet sie tatsächlich tot im Sarg vor. In seiner Wut und Verzweiflung schlägt er mit aller Kraft gegen den Sarg. Das Glas zerschellt und die Prinzessin wacht mit Worten auf, dass sie so lange geschlafen habe.

Jelisej reitet mit ihr zum Palast zurück. Als die böse Zarin ihre Stieftochter in Begleitung eines edlen Prinzen sieht, stirbt sie an ihrer Bosheit und Neid. Am Ende feierten die beiden eine Hochzeit.

Westliche Adaption des Märchens ist Schneewittchen und die sieben Zwerge. Das Motiv findet sich tatsächlich in leicht abgewandelter Form in vielen europäischen Märchen wieder. Alexander Puschkin schrieb dieses Märchen 1833 in Versform nach dem Motiv des russischen Volksmärchens.

Die scharlachrote Blume

Аленький цветочек
Ein Kaufmann hat drei Töchter. Eines Tages muss er auf eine lange Reise gehen. Er fragt seine Töchter, was er ihnen mitbringen soll. Die älteste Tochter wünscht sich einen goldenen, mit Edelsteinen besetzten Kranz, die mittlere Tochter wünscht sich einen Spiegel, der einen jünger und hübscher machen soll. Die jüngste Tochter wünscht sich nur eine scharlachrote Blume, von der es keine zweite auf der Welt gibt.

Nach einiger Zeit fährt der Kaufmann heim. Er hat für seine beiden älteren Töchter Geschenke besorgt. Nur für die Jüngste hat er keine Blume gefunden, auf die die Beschreibung passte. Auf dem Heimweg wird der Kaufmann überfallen. Er flieht von den Räubern in einen dunklen Wald und stößt auf einen prachtvollen Palast. Er wird freundlich empfangen und von unsichtbaren Dienern versorgt. Im Palastgarten sieht er plötzlich eine wunderschöne rote Blume. Bei ihrem Anblick wird ihm sofort klar, dass das die Blume ist, die seine Tochter sich wünschte. Als er die Blume pflückt, erscheint vor ihm ein schreckliches, widerwärtiges Ungeheuer. Das Ungeheuer sagt, weil der Kaufmann sein Gastrecht aufs Übelste missbraucht und ihm seine Lieblingsblume genommen hat, muss er sterben. Der Kaufmann fleht ihn um Vergebung, erklärt, dass er die Blume seiner Tochter schenken wollte. Das Ungeheuer lässt ihn gehen. Als Gegenleistung soll aber eine von seinen Töchtern zu ihm ziehen. Andenfalls muss der Kaufmann sterben.

Der Kaufmann kehrt heim und bringt reiche Gaben. Er überreicht seinen Töchtern die Geschenke. Die beiden Älteren freuen sich, nur die Jüngste ist traurig. Der Vater erzählt seinen Töchtern von dem Pakt. Die ältesten Töchter weigern sich, zum Ungeheuer zu gehen. Sie sagen, das sei die Schuld der jüngsten Tochter. Deshalb soll sie gehen.

Schweren Herzens lässt der Kaufmann seine Tochter gehen. Im Palast des Ungeheuers wird sie freundlich empfangen. Allerdings hält sich der Gastgeber im Verborgenen. Sie hört nur seine Stimme. Weil er sie freundlich behandelt und ihr Nettigkeiten bereitet, verliebt sie sich in den unsichtbaren Palastbesitzer. Die Kaufmannstochter möchte ihn sehen, aber er weigert sich. Schließlich willigt er ein. Sie erschreckt sich zunächst, gewöhnt sich aber an sein Aussehen. Ihre Liebe wird durch sein Aussehen nicht weniger.

Eines Tages sieht sie im Traum, dass ihr Vater schwer krank ist. Das Ungeheuer bietet ihr an, ihren Vater zu besuchen. Sagt aber, dass er ohne sie nicht mehr leben kann. Wenn sie nicht innerhalb von drei Tagen zurückkehrt, würde er vor Kummer sterben.

Zu Hause schwärmt sie von ihrem Leben im Palast. Der Vater freut sich für sie. Die Schwestern sind aber neidisch und versuchen sie zu überreden, nicht zurückzukehren. Die jüngere Schwester geht nicht darauf ein. Daraufhin verstellen die beiden Älteren die Uhr, und die jüngere Schwester kommt zu spät. Als die im Palast ist, sieht sie das Ungeheuer tot auf dem Boden liegen. Sie fängt an zu weinen, küsst und umarmt den toten Körper. Dann wird sie selbst bewusstlos.

Als sie zu sich kommt, steht ein schöner, jünger Prinz vor ihr. Er sagt, eine böse Hexe habe ihn mit einem Fluch belegt und in ein Monster verwandelt. Der Zauber würde erst dann seine Wirkung verlieren, wenn sich ein Mädchen in seine furchterregende Gestalt verlieben würde. Am Ende gibt der Vater den beiden seinen Segen und sie feiern eine Hochzeit.

Siehe auch

Quellennachweise